Instrumente für minimalinvasive Operationen Donnerstag, 10.03.2011
Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen zeigt während der Fachmesse MEDTEC in Stuttgart mehrere Instrumente für die patientenschonende minimalinvasive Operationstechnik.
So z.B. ein neues Nähverfahren für
Schlüsselloch-Operationen, um Operationswunden im Inneren
des menschlichen Körpers zu nähen. Das Nahtmaterial wird
dafür durch Laserenergie mit einer Kunststoffhülse reißfest
verweißt. Auf diese Weise kann das Gewebe auf engstem Raum
schneller und mit reproduzierbarer Fadenspannung vernäht
werden.
Für die Magnetresonanztomographie
wurde ein Führungsdraht aus glasfaserverstärktem Kunststoff
(GFK) entwickelt, um einen minimalinvasiven und
strahlungsarmen sowie kontrastmittelfreien Eingriff bei
Patienten im Magnetresonanztomografen zu möglichen. Die
herkömmliche Röntgendiagnostik und Computertomographie sind
vor allem für Kinder oft sehr strahlungsintensiv. Der Draht
aus Faserverbundkunststoffen kann sich im Gegensatz zu den
gängigen Drähten aus Metall im Magnetfeld nicht erhitzen und
verursacht keine Bildstörungen. Der Führungsdraht des
Fraunhofer IPT bereitet damit einen Weg für
Schlüsselloch-Operationen, etwa Herzoperationen bei kleinen
Kindern – unter patientenschonenden Bedingungen.
Ebenfalls
für den Einsatz im Magnetresonanztomografen entwickelte das
Fraunhofer IPT Punktionsnadeln aus
kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Diese eignen sich
beispielsweise für Punktionen des Rückenmarks oder Knie- und
Bandscheibenoperationen. Sie sind steifer und fester als
metallische Nadeln und im Vergleich zu konventionellen
Instrumenten unempfindlich gegenüber dem Magnetfeld. Die
Nadel, die eine störungsfreie Bildwiedergabe gewährleistet,
wird bereits serienmäßig hergestellt und für Operationen am
Menschen eingesetzt.
Presseinformation
Homepage
Bild: Fraunhofer-Institut IPT - Ein
neues Instrument zum Schweißen von Operationsfäden im
Inneren des Körpers