Kunststoff-Herstellung mit CO2 Dienstag, 22.03.2011
Die Bayer AG Leverkusen nahm eine Pilotanlage in Betrieb, um ein neues Verfahren zur Synthese eines Vorproduktes für die Polyurethan Herstellung mithilfe von Kohlendioxid (CO2) aus dem Braunkohlekraftwerk von RWE Power in Niederaußem im technischen Maßstab zu erproben.
Bayer arbeitet hier mit dem Energieunternehmen RWE, der RWTH
Aachen University sowie dem gemeinsam von der Hochschule und
Bayer betriebenen CAT Catalytic Center zusammen. Das
Land NRW unterstützt – gemeinsam mit Bayer – das
Katalysezentrum CAT. Das Projekt „Dream Production“ wird mit
Bundesmitteln von rund fünf Millionen Euro gefördert.
Inklusive der Beteiligung von Bayer und RWE beträgt der
Gesamtetat für dieses Projekt etwa neun Millionen Euro.
Falls die Erprobungsphase positiv verläuft, soll ab 2015 die
industrielle Produktion von Kunststoffen auf
CO2-Basis anlaufen.
In der
Pilotanlage wird mithilfe des Kohlendioxids im
Kilogramm-Maßstab eine der beiden Komponenten hergestellt,
die zur Herstellung von Polyurethanen nötig sind. An einer
bereits bestehenden anderen Anlage testet Bayer
MaterialScience diese Materialien, aus denen vor allem
weicher und harter Schaumstoff gewonnen wird.
Der effiziente Einsatz von CO2
ist nur möglich, weil zuvor im Katalysezentrum CAT ein
geeigneter Katalysator gefunden wurde. In der aktuellen
Initiative „Dream Production“ wird am CAT unter anderem die
Kompatibilität des Katalysators mit dem Kraftwerks-CO2
geprüft. Die RWTH Aachen University unterzieht das neue
Verfahren über alle Stufen einer ökologischen und
ökonomischen Gesamtbetrachtung und vergleicht es dabei auch
mit herkömmlichen Prozessen und Produkten.
Bild: Bayer - Bayer testet die Herstellung von
Kunststoffen mithilfe von Kohlendioxid (CO2). In
dieser neuen Pilotanlage wird das CO2 in einen
chemischen Rohstoff eingebunden. Ein Durchbruch in der
Katalyseforschung machte das innovative Verfahren möglich.