Forschungsverbund LIGNOS Dienstag, 12.04.2011
Das Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg und die EU fördern mit 2,8 Mio Euro das Verbundprojekt LIGNOS „Biopolymergewinnung durch neue biotechnologische Verfahren“. Die Zuwendung geht an den Potsdamer Forschungsverbund, einem gemeinsamen Vorhaben des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm, der Universität Potsdam und der aevotis GmbH, Potsdam.
In dem Verbundprojekt konzentrieren sich die drei Partner
auf die effiziente stoffliche Verwertung von pflanzlicher
Biomasse. Gemeinsam wollen sie hier Möglichkeiten finden, um
aus pflanzlichen Roh- und Reststoffen der Agrar- und
Forstwirtschaft mit Hilfe neu entwickelter
biotechnologischer Verfahren die enthaltenen Biopolymere zu
gewinnen.
Lignocellulose - ein
nachwachsender Rohstoff, der keine Verwendung im
Nahrungsbereich findet - steht aufgrund des häufigen
Vorkommens und der breiten stofflichen Zusammensetzung im
Fokus des Verbundprojekts. Im Rahmen einer
Auftaktveranstaltung stellen die drei Potsdamer
Forschungspartner Inhalte und Ziele des Projekts vor. Die
Arbeitsgruppe Molekularbiologie der Universität Potsdam
beschäftigt sich vornehmlich mit der Entwicklung neuer
Enzymsysteme. Gemeinsam mit dem Fraunhofer IAP und der
aevotis GmbH wird die Optimierung von Enzymen für den
Aufschluss unterschiedlicher Lignocellulosen erforscht. Für
die Bereitstellung ausreichender Mengen an Enzymen wird ein
Upscaling ihrer Herstellung bis zur kleintechnischen
Produktion durchgeführt. Die Anwendung der Enzyme zur
Gewinnung von Biopolymeren ist vorwiegend am Fraunhofer IAP
vorgesehen, wo auch mit speziellen Expertisen die
verschiedenen Produktentwicklungen auf den Weg gebracht
werden.