Kohlefaser-Composites für Medizintechnik Donnerstag, 05.05.2011
Die Ensinger GmbH in Nufringen, Spezialist für Entwicklung, Fertigung und Vertrieb von Compounds, Halbzeugen, Profilen und technischen Teilen aus Konstruktions- und Hochleistungskunststoffen, bietet seit kurzem hoch gefüllte thermoplastische Kohlenstofffaser-Composites mit außergewöhnlich hoher mechanischer Festigkeit und Wärmeformbeständigkeit an.
Die Halbzeuge der neuen Produktreihe TECATEC bestehen aus
einer thermoplastischen Matrix und einem Gewebe aus
Kohlefaserbündeln, die im Vergleich zu faserverstärkten
Extrudaten deutlich höhere Zug- und Biegefestigkeiten
erreichen. Die leichten Werkstoffe verfügen über eine hohe
chemische Beständigkeit und zeigen sich durchlässig für
Röntgenstrahlen. Damit sind sie ideal geeignet für externe
Fixationen und chirurgische Instrumente.
Bei
TECATEC PEEK CW50 wird als Matrix-Polymer VICTREX® PEEK™
verwendet, das mit laminierten Kohlefaser-Gewebematten
verpresst wird. Der Kohlefasergewebe-Anteil von 50 Prozent
bietet eine sehr hohe Torsionssteifigkeit und trotz
vielfachem Sterilisieren kaum Verzug.
TECATEC
PEKK CW60 besteht aus einer Polyetherketon-Matrix (PEKK),
die mit 60 Prozent Kohlefasergewebe verpresst wird.
PEKK ist durch den hohen Glasübergangspunkt (165 °C)
beständig gegen wiederholte Heißdampfsterilisation und
bietet durch den erhöhten Kohlefaseranteil eine noch höhere
Dimensionsstabilität und Steifigkeit.
Beide
Werkstoffe sind physiologisch unbedenklich
(Biokompatibilität nach ISO 10993-5) und
korrosionsbeständig. In der Orthopädie dienen
röntgentransparente, verzugsarme Zielbügel aus
Kohlenstofffaser-Composites der Positionierung von
Fixierungsnägeln. Auch bei Spreizern für chirurgische
Eingriffe oder Komponenten für die externe Fixierung von
Knochenbrüchen bietet die hohe Festigkeit der
Verbundmaterialien Vorteile.
Bild: Ensinger - Rohling eines Zielbügels aus kohlefasergefülltem TECATEC. Das Composite-Material vereint Festigkeit und Strahlendurchlässigkeit.