Polyamide für geschäumte Spritzgussteile Donnerstag, 05.05.2011
LANXESS, Leverkusen, hat ein neues Polyamid 6 und 66 Durethan für das physikalische und chemische Schäumen maßgeschneidert mit dem Ziel, die Oberflächenqualität der daraus herstellbaren Formteile zu verbessern.
Beide Werkstoffe ergeben kompakte Formteiloberflächen, die
in den meisten Fällen glatt und fehlerlos sind und kaum noch
schimmernde Schlieren oder porös wirkende Bereiche
aufweisen. Sie eignen sich daher für optisch
anspruchsvollere Anwendungen, wie etwa sichtbare Bauteile
unter der Motorhaube.
Geschäumte Spritzgussteile
zeigen im Vergleich zu massiven Formteilen bis zu 20 Prozent
geringeres Bauteilgewicht, bei vertretbaren Einbußen
hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften. Die geschäumten
Teile sind verzugsärmer und zeigen kaum Einfallstellen. Die
Verarbeitung ist wegen niedrigerer Werkzeuginnendrücke und
daher kleineren erforderlichen Spritzgießmaschinen
kostengünstiger. Weiteres Einsparpotenzial eröffnen die
meist spürbar kürzeren Zykluszeiten. Auch in punkto
akustische Dämpfung sind geschäumte Bauteile interessant.
Bei
der Verarbeitung der mit 35 Prozent Glasfasern verstärkten
Polyamide zu geschäumten Spritzgussteilen sind die gängigen
physikalischen oder chemischen Treibmittel sehr gut
in der Kunststoffschmelze löslich. Die
rheologischen Eigenschaften und das Nukleierungsverhalten
der beiden Thermoplaste sind so eingestellt, dass sehr
feinzellige Schäume entstehen.
Einsatzpotenzial
der neuen Werkstoffe ist z.B. im Automobilbau
(Zylinderkopfhauben und Lüfterzargen), in der
Elektro-/Elektronikindustrie (Stecker, Lampensockel und
-fassungen sowie Gehäusekomponenten z.B. von Thermostaten
oder Heimwerkerwerkzeugen) oder im Möbelbau.