Polyamid 6 für Tanks von Otto-Motoren Donnerstag, 26.05.2011
Lanxess in Leverkusen bietet unter der Bezeichnung Durethan TP 142-011 einen neuen speziellen blasformbaren Polyamid 6-Typ zur Herstellung von Tanks für Otto-Motoren als Alternative zu Polyethylen, Mehrschicht-Verbünden und Metallen an.
Aus Kunststofftanks von Otto-Motoren gelangen beträchtliche
Mengen an Kohlenwasserstoffen durch die Tankwände nach
außen. Die neue schlagzähe Polyamid 6-Type zeigt eine sehr
hohe Sperrwirkung gegen Otto-Kraftstoff, so dass der
kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA auf 1,5 Gramm pro
Quadratmeter Innenoberfläche und Tag (g/m2/d) verschärfte
Grenzwert für Motorradtanks weit unterschritten wird. Das
neue Produkt ist unempfindlich gegenüber Ethanol enthaltende
Biokraftstoffe. Es wird erwartet, dass es als Tankmaterial
selbst gegen 85 Prozent Ethanol enthaltenden Kraftstoff
beständig ist.
Polyethylen hoher Dichte
(HDPE) stößt mit seinem Permeationsverhalten angesichts der
Verschärfung der Grenzwerte an seine Grenzen. Zwar kann
seine Sperrwirkung gegen Kohlenwasserstoffe durch ein
nachträgliches Fluorieren der aus ihm blasgeformten Tanks
verbessert werden. Doch ist dieser zusätzliche
Fertigungsschritt wegen der hohen Aggressivität von Fluor
apparativ und sicherheitstechnisch aufwändig und
kostenintensiv.
Das neue Polyamid 6 ergibt
im Blasformverfahren Tanks als Einstofflösung und ist daher
eine wirtschaftliche Alternative zur Produktion von Tanks
aus Kunststoff-Mehrschichtverbünden mit
Ethylenvinylalkohol-Copolymer (EVOH) als Permeationssperre.
Gegenüber Stahlblech und Aluminium hat das Polyamid den
Vorzug, dass es viel größere Freiheiten bei der Formgebung
der oft komplexen Tankgeometrien bietet.
Bild: Lanxess/k3works - Demonstratortanks während des
EPA-Tests unter UV-Bestrahlung. Das neue Polyamid 6
unterdrückt die Permeation von Kraftstoff so wirksam, dass
der kürzlich von der US-Umweltbehörde EPA deutlich
verschärfte Grenzwert für Motorradtanks weit unterschritten
wird.