Leichtbauweisen für ressourcensparende Mobilität Dienstag, 07.06.2011
Evonik Industries, Marl, entwickelt in der strategischen Forschungs- und Entwicklungseinheit Creavis mit drei weiteren Industriepartnern (Johnson Controls GmbH, Jacob Plastics GmbH und Toho Tenax Europe GmbH) sowie der Universität RWTH Aachen (Institut für Textiltechnik und dem Institut für Kraftfahrzeuge) ein neuartiges Leichtbaukonzept, um Stähle sowie Leichtmetalle teilweise zu ersetzen.
Das Projekt heißt CAMISMA (Carbonfaser/Amid/Metall-basiertes Innenstruktur-Bauteil im Multimaterialsystem-Ansatz), wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und gehört zum Rahmenprogramm "Werkstoffinnovationen für Industrie und Gesellschaft". Das Projekt ist Anfang April 2011 gestartet und zunächst auf drei Jahre angelegt.
Es geht dabei um Multimaterialsysteme - zukünftige
Leichtbauweisen für ressourcensparende Mobilität: Da das
Potential zur Gewichtsreduzierung durch Einsatz dünnerer
Bleche zu einem großen Teil ausgeschöpft ist, müssen neue
Werkstoffe und Konstruktionsweisen entwickelt werden. In
diesem Zusammenhang erfahren faserverstärkte Kunststoffe
(FVK), insbesondere auf Basis von Kohlenstofffasern, durch
ihre hohe spezifische Festigkeit und aufgrund ihrer hohen
Formgebungsfreiheit, zunehmende Aufmerksamkeit.
Das Projekt soll einen ganzheitlichen
Lösungsansatz aufzeigen, der einen Zugang zu preiswerten
kohlenstofffaserverstärkten Multimaterialsystemen
ermöglicht. Um die Machbarkeit dieses Konzeptes zu belegen,
wird zum Beispiel eine Autositzlehnenstruktur als
Funktionsmuster entwickelt, gefertigt und getestet. Ziel ist
es, insgesamt mehr als 40 Prozent des Gewichts im Vergleich
zu herkömmlichen metallbasierten Konstruktionen
einzusparen.