Förderprojekte der DBU - energie- und ressourcenschonende Kunststoffverarbeitung Mittwoch, 13.07.2011
Ein Schwerpunkt der Fördertätigkeit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Bereich Umwelttechnik ist das Thema Kunststoffe. Ausgewählte Projekte, die zeigen wie Kunststoffe energie- und ressourcenschonend verarbeiten werden, präsentiert die DBU vom 18. bis 22. Oktober 2011 auf der 21. Fakuma in Friedrichshafen.
Die am Gemeinschaftsstand der DBU in Halle B4/nr. 4216 vorgestellten Projekte stehen beispielhaft für eine Reihe von geförderten Innovationen, die die Ressourcen- und Energieeffizienz von Verfahren oder Prozessen verbessern, die Betriebskosten senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen stärken.
Kunststoffentformung: Permanente Trennschicht spart
Trennmittel
Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für
Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung - IFAM in
Bremen hat die Firma ACMOS CHEMIE KG (Bremen) trockene
Beschichtungen mit permanenter Trennwirkung entwickelt, die
ohne oder nur mit geringem Trennmittelzusatz auskommen.
Grundlage ist ein innovativer Fertigungsprozess unter
Anwendung der Niederdruck-Plasmatechnik. Dabei werden die
Formwerkzeuge in einer Plasma-Anlage mit einer sogenannten
plasmapolymeren Schicht überzogen und dadurch eine
Antihaftwirkung erzielt. Plasmapolymere Beschichtungen sind
bereits für das Entformen folgender Kunststoffmaterialien im
seriellen Einsatz oder wurden auf Produktionswerkzeugen
erfolgreich getestet.
Kunststoffverarbeitung: Sprühen ohne Styrol
Der
mittelständische Kunststoffverarbeiter Lätzsch aus Thierbach
bei Leipzig hat sich auf die Produktion von
Faserverbundkunststoffen für Reisebusse, Schienen- und
Nutzfahrzeuge spezialisiert. Das Unternehmen hat in
Zusammenarbeit mit KraussMaffei Technolgies GmbH und
Materialherstellern eine innovative Sprühtechnologie für
Polyurethan-Kunststoffe (PUR) entwickelt. Das Sprühverfahren
ist eine hocheffiziente und umweltfreundliche Alternative zu
glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK) aus styrolhaltigen
Polyesterharzen. Das neue Verfahren kommt ganz ohne Styrol
und Lösemittel aus. Über einen Sprühkopf wird dabei schnell
härtendes, mehrkomponentiges PUR in eine offene Form
gesprüht. Nur fünf Minuten später lässt sich das Teil
ausformen. Aufwendiges Entlüften und weitere Nacharbeiten
entfallen.
Kunststoffrecycling: Aramidfasern
Hochfeste
Para-Aramidfaserstoffe für Anwendungen im Sicherheitsbereich
– beispielsweise Schutzhelme oder schusssichere Westen –
sind ein teurer und knapper Werkstoff. Ein Projekt der
Ostthüringischen Materialprüfgesellschaft für Textil und
Kunststoffe mbH (OMPG), Rudolstadt, und weiterer
Kooperationspartner eröffnet Möglichkeiten für ein
hochwertiges Recycling: Es gelang, spritzgegossene Bauteile
mithilfe von Recycling-Aramidfaserstoffen mechanisch und
tribologisch zu verstärken. Ökologische Vorteile des neuen
Verfahrens sind Leichtbau, Langlebigkeit, Lärmpegelsenkung,
Schmierstoffeinsparungen und Energieeinsparungen. Das
erprobte Verfahren wurde inzwischen für den industriellen
Einsatz weiterentwi-ckelt.
Kunststoffproduktion: Energiecontrolling
Energiekostensenkung durch Energiecontrolling –
dieses Ziel verfolgte das Projekt „Ener-giecontrolling in
der mittelständischen Kunststoffindustrie“ der ÖKOTEC
Energiemanage-ment GmbH mit Unterstützung des Verbandes
Technische Kunststoff-Produkte (TecPart e. V.). Dabei wurden
in zwei Pilotbetrieben (Schoeller Arca Systems GmbH,
Schwerin und ZF Boge Elastmetall GmbH, Damme) alle
wesentlichen Energieströme erfasst, für die verschiedenen
elektrischen Verbraucher wie Motoren, Pumpen oder Kälte- und
Wärmeanlagen Kennzahlen entwickelt und effizienzsteigernde
Maßnahmen vorgeschlagen. Bei ZF Boge Elastmetall konnten
Einsparpotenziale für sofort- und regelungstechnische
Maßnahmen von ca. 43.000 €/a ausgewiesen werden. Bei
Schoeller Arca Systems beträgt das Einsparpotenzial ca.
73.000 €/a.
Informationen zur DBU-Förderung
- Förderschwerpunkt Effizienz im Mittelstand
- Förderschwerpunkt Energieeffizienz/Erneuerbare Energien
- Förderung und Antragstellung allgemein