Tüten aus Bioplastik erschweren Recycling Freitag, 09.12.2011
Der bvse-Fachverband Kunststoffrecycling, Bonn, sieht sich durch einen aktuellen Bericht des WDR-Magazins Markt bestätigt, dass Tüten aus Bioplastik Probleme beim Recycling bereiten.
Die Biotüten gleichen den herkömmlichen Kunststofftüten rein
äußerlich und die Bürger wissen oft nicht, wo sie entsorgt
werden müssen. Nach Gebrauch landen sie meist in der
Biotonne oder in der gelben Tonne. Beides ist jedoch mit
Problemen verbunden: Das Kunststoffrecycling für Wertstoffe
aus der gelben Tonne wird durch die Biotüten, die
beispielsweise aus Maisstärke hergestellt sind, erheblich
beeinträchtigt. Um die Qualität des Kunststoffrecyclings auf
hohem Niveau zu halten, werden bei der Sortierung Tüten aus
Bioplastik ausgesondert und in die Restmüllverbrennung
gegeben.
Landen die Biotüten in der Biotonne, kommt es hier
zwangsläufig zu einer Vermischung von Biokunststoffen und
herkömmlichen Kunststofftüten. Da die Materialien optisch
nicht zu unterscheiden sind, werden vor der Kompostierung
alle Tüten aussortiert. Selbst wenn die Biokunststofftüten
während der Kompostierung abgebaut werden, bleibt die
unvermeidbare Vermischung von Biokunststoffen und
herkömmlichen Kunststoffen, die zum Aussortieren aller Tüten
zwingt.
Der Fachverbandsvorsitzende betont, dass das Recycling herkömmlicher Plastiktüten, die von den Verbrauchern über die gelben Tonnen in den Wertstoffkreislauf gegeben werden, in Deutschland vorbildlich funktioniert.