Zukunft für Meteor Sonntag, 12.02.2012
Das Insolvenzverfahren gegen die Meteor Gummiwerke beginnt voraussichtlich Anfang April.
Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Christopher gestern
ankündigte, wird er das Gutachten über den wirtschaftlichen
Zustand des Unternehmens sowie ein Sanierungskonzept bis
Ende März vorlegen. Von der vorläufigen Insolvenz betroffen
sind innerhalb der Meteor-Gruppe die Meteor Gummiwerke K. H.
Bädje GmbH & Co. KG mit 1800 Mitarbeitern in Bockenem
sowie 300 weiteren in Worbis (Thüringen) sowie Meteor
Weigelt GmbH & Co. KG mit rund 80 Mitarbeitern in
Bietigheim-Bissingen Baden-Württemberg). Die beiden
US-Tochterfirmen Meteor Sealing Systems und LMI Custom
Mixing sowie die tschechische Meteor Polymer Products sind
hingegen nicht im vorläufigen Insolvenzverfahren.
Bis Mitte April sind die Gehälter bei Meteor
durch das dreimonatige Insolvenzgeld gesichert, das die
Bundesagentur für Arbeit zahlt. Das Unternehmen muss vorerst
keine Rechnungen aus der Zeit vor dem Insolvenzantrag am 13.
01.2012 bezahlen. Ob und in welchem Ausmaß diese beglichen
werden, entscheidet sich erst im weiteren Verlauf der
Insolvenz und des Sanierungsprozesses. Neue Rechnungen
werden aber aus dem laufenden Geschäftsbetrieb heraus
bezahlt.
Meteor produziert hochspezialisierte
Dichtungen und Dichtsysteme aus Gummi oder Elastomeren, die
unter anderem in Automobilen, Schienen- und Luftfahrzeugen,
in Gebäuden sowie in Elektro- und Haushaltsgeräten
eingesetzt werden und dort für Sicherheit, Funktionalität
und Komfort sorgen. Kunden des Unternehmens stammen
entsprechend aus den Bereichen Automobil- und
Automobilzulieferindustrie und weitere technische
Industriezweige wie beispielsweise Umwelttechnik,
Sonderfahrzeugbau, Hoch- und Tiefbau sowie aus der
Verpackungs- und Elektroindustrie. Meteor erwirtschaftet mit
weltweit etwa 2.300 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von etwa
221 Millionen Euro. Am Stammsitz in Bockenem sind etwa 1.800
Mitarbeiter beschäftigt.
Der vorläufige
Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Christopher Seagon, Partner
der Kanzlei Wellensiek Rechtsanwälte, Heidelberg, ist in
Niedersachsen kein Unbekannter. Er konnte zuletzt
erfolgreich den insolventen Geschäftsbetrieb der Stankiewicz
GmbH in Celle mit weltweit 2.000 Beschäftigten durch
übertragende Sanierung an die IAC International Automotive
Components GmbH retten. Zuvor hatte er die Engelmann Gruppe
in Hannover mit 700 Mitarbeitern aus der Insolvenz an die
Schefenacker Gruppe verkauft.
Erstellt 08.02.2012