Das Urkilo wird leichter Dienstag, 03.04.2012
Das 1889 hergestellte Urkilo, bestehend aus 90 Prozent Platin und 10 Prozent Iridium mit einer Höhe und einem Durchmesser von je 3,9 Zentimetern, hat gegenüber dem Durchschnittsgewicht von sechs zur gleichen Zeit hergestellten, offiziell anerkannten Kopien rund 50 Millionstel Gramm an Gewicht verloren.
In regelmäßigen Abständen werden Urkilo und Kopien aufs
Genaueste vermessen, um etwaigen weiteren Schwund, der von
Reaktionen an der Oberfläche des Zylinders oder von einem
Gasverlust des Metalls herstammen könnte,
präzise zu
bestimmen.
Die genaue Beobachtung der
weiteren Veränderungen ist von extremer Bedeutung. Ein
verfeinertes Mess-System mit Magnetringsystemen gefertigt
von der VACUUMSCHMELZE GmbH & Co. KG, Hanau, wird 2013
noch präzisere Messungen ermöglichen, so dass die
Veränderungen des Urkilos und seiner Klone noch präzisier
erfasst werden können. Dabei bilden diese zwei neuen
Magnetringsysteme das „Herz“ der Messapparatur. Die
Messungen finden in einem sehr komplexen Aufbau im
Hochvakuum statt.
Neben den hervorragenden
Eigenschaften des VACODYM-Magnetmaterials, welches die hohen
Anforderungen an Homogenität erfüllen konnte, waren vor
allem die Erfahrung und das technische Knowhow der
VAC-Mitarbeiter ausschlaggebend für die Entscheidung für die
Magnete der VAC.
Die beiden
Magnetringsysteme sind aus vielen einzelnen Magnetstücken,
Kuchenstückchen vergleichbar, zusammengesetzt. Nur bei
genauer Kenntnis und Berücksichtigung der hohen Kräfte der
jeweils einzelnen Segmente, die unterschiedlich magnetisiert
sind, ist die Fertigung solcher Ringe möglich. Die
geforderten Magnetringsysteme für die Watt-Waage müssen hohe
Präzision und extreme Ebenheitsanforderungen erfüllen.
Derartige Erfahrungen bietet die Magnetsystemfertigung der
VACUUMSCHMELZE in Hanau.
Bild: Vacuumschmelze - Das Gewicht des Urkilos wird regelmäßig überprüft