Berührungslose Terahertz - Spektrometrie chemischer Substanzen Sonntag, 13.05.2012
Forscher des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik IPM, Kaiserslautern, und die Firma Hübner, Kassel, stellen auf der Messe Analytica in München das Teraherz - Spektrometer T-Cognition 1.0 vor.
Das Spektrometer kann chemische Substanzen berührungslos und
zuverlässig identifiziert. Der Scanner erkennt Substanzen
wie Drogen oder Sprengstoffe in Briefen oder flachen
Päckchen berührungslos, ohne dass diese geöffnet werden
müssen.
Die meisten Dielektrika wie etwa Kunststoffe,
Kleidung oder Papier können von Terahertz-Wellen mit
vergleichsweise geringer Abschwächung durchdrungen werden.
Das Frequenzintervall liegt zwischen 100 GHz und 10 THz; das
entspricht einer Wellenlänge zwischen 3 mm und 30 µm.
Terahertz-Wellen haben eine hohe Eindringtiefe und geringe
Streuung bei gleichzeitig guter räumlicher Auflösung sowie
der Möglichkeit, unbekannte Substanzen spektral zu
identifizieren.
Ähnlich wie der Infrarotbereich liefern
Terahertz-Wellen spektrale Signaturen von Stoffen. Das
Messgerät beinhaltet eine Datenbank, die spektrale
»Fingerabdrücke« von Gefahrstoffen enthält und jederzeit um
zusätzliche Stoffe erweitert werden kann. Das Gerät
vergleicht den Spektralabdruck der zu analysierenden
Substanz mit den Werten aus der Datenbank und liefert ein
eindeutiges Ergebnis. Der Scanner arbeitet mit
Transmissions- und Reflexionsanalyse. Bei der
Sicherheitskontrolle durchdringt die gesendete
Terahertz-Welle Briefumschläge aus Papier oder Kunststoff
verlustarm und detektiert eventuell vorhandene chemische
Substanzen. Ist etwa Metall – als Gehäuse für einen
Sprengkörper - in einem Paket, wird die Welle reflektiert
und vom Empfänger gemessen. Verdächtige Päckchen können so
schnell entdeckt werden.
Bild: Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM - Analyse von Chemikalien mit Hilfe von Teraherz – Strahlung
Erstellt am 10.05.2012