Vom schmutzigen Wasser zum sauberen Strom Samstag, 14.07.2012
Durch Know-How der TU Wien soll die Kläranlage der Stadt Wien den eigenen Stromverbrauch selbst decken. Etwa ein Prozent des Wiener Stromverbrauchs wird heute für die Abwasserreinigung aufgewendet: Die im Besitz der Stadt Wien befindliche Hauptkläranlage benötigt im Schnitt ungefähr sieben Megawatt elektrischer Leistung.
Durch das Projekt „EOS 2020“ ( „Energieoptimierung
Schlammbehandlung“) soll die Kläranlage künftig ihren
eigenen Strom erzeugen und energieautark werden.
Zusätzlich wird dadurch der CO2–Ausstoß um 40.000 Tonnen im
Jahr verringert werden. Wissenschaftlich begleitet wird
dieses ambitionierte Projekt vom Institut für Wassergüte,
Ressourcenmanagement und Abfallwirtschaft der TU Wien.
Möglich
werden soll das durch eine Faulungsanlage. Bisher wird der
Klärschlamm verbrannt und die freiwerdende Energie als
Fernwärme genutzt. In Zukunft soll dieser in neu zu
errichtenden Faulungsbehältern zum Teil in wertvolles
Methangas umgewandelt werden, aus dem dann direkt bei der
Anlage Strom erzeugt werden kann. Die Anlage in Wien
Simmering soll damit energieautark werden und im optimalen
Fall sogar Strom-Überschüsse ins Netz einspeisen.
Ein
wichtiger Parameter bei diesem Faulungsprozess ist ein
angestrebter hoher Feststoffgehalt des Klärschlammes.
Erforscht wird derzeit, wie der Faulungsprozess in diesem
dickeren Klärschlamm optimal gesteuert werden kann.
Erforderlich sind Methan-Bakterien, die im konzentrierten
Klärschlamm auch mit einer höheren Ammonium-Konzentration
zurechtkommen.
Um Platz für die Faulungsbehälter
zu schaffen, muss an der Hauptkläranlage Wien umgebaut
werden: Eine Reihe von Becken soll tiefer werden um mit
weniger Fläche auszukommen. Auf dem freiwerdenden Platz
sollen die Faulbehälter errichtet werden.
Der
Spatenstich ist für 2015 geplant. Wenn sich die Idee
bewährt, die Schlammfaulung bei erhöhtem Feststoffgehalt zu
betreiben, dann soll das Projekt Schule machen.
Bild: TU Wien - Hauptkläranlage der Stadt Wien. Durch Know-How der TU Wien soll die Kläranlage den eigenen Stromverbrauch selbst decken.
Erstellt am 07.07.2012