Wasserstoff aus Biomasse für die Industrie Montag, 16.07.2012
Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojektes mit dem Namen BioH2 4Refineries sind die Projektpartner OMV, Repotec, Bioenergy2020+ und TU Wien mit der Unterstützung des "Klima und Energiefonds" angetreten, um die notwendige Vorarbeit für die Herstellung von Wasserstoff aus erneuerbaren Rohstoffen zu leisten.
Die Projektpartner Repotec und TU Wien entwickelten ein
Verfahren, das die Herstellung von hochreinem Wasserstoff
aus Biomasse ermöglicht. Dazu wurde an der TU Wien ein
Modell einer neuartigen Wasserstoffproduktionsanlage
erstellt, um die Energie- und Massenbilanzen für diese
Anlage zu berechnen. Das Institut für Verfahrenstechnik,
Umwelttechnik und technische Biowissenschaften der TU Wien
konnte dabei auf umfassende Erfahrung aus der Vergangenheit
zurückgreifen, die bei der Entwicklung und Demonstration des
BHKW Güssing gesammelt wurde.
Für die Produktion
von Wasserstoff aus Waldhackgut wurde im Rahmen des
Forschungsprojektes ein Verfahren entwickelt, das ebenfalls
auf der Biomassedampfvergasung basiert. Als biogener
Rohstoff könnten dabei neben Waldhackgut auch
„Kurzumtriebs-Energiepflanzen“ eingesetzt werden. Diese
Vielseitigkeit des entwickelten Verfahrens stellt eine
wirtschaftlich interessante Umsetzung in Aussicht.
Die
ersten Ergebnisse des Forschungsprojektes zeigen die
Leistungsfähigkeit des entwickelten Verfahrens. Bei einer
Verbrennung von Biomasse mit einer Leistung von 50 Megawatt
können 30 Megawatt in die Herstellung von Wasserstoffgas
umgesetzt werden. Zusätzlich anfallende Prozesswärme kann
vor Ort in Form von Fernwärme genutzt werden.
Der
aus Biomasse hergestellte Wasserstoff entspricht den hohen
Anforderungen einer modernen Raffinerie und könnte somit die
fossilen CO2-Emissionen einer Raffinerie reduzieren. Es
ergeben sich dadurch neue Möglichkeiten, bei der
Treibstoffherstellung auf fossile Resourcen teilweise zu
verzichten.
- Homepage TU Wien
- Research group: Synthetic Biofuels
- Pressemitteilung
Bild: TU Wien - Biomassekraftwerk Güssing
Erstellt am 07.07.2012