Polyurethane für das Lasersintern Montag, 30.07.2012
Bayer MaterialScience, Leverkusen, entwickelt gemeinsam mit der Solid Composites GmbH, Voerde, thermoplastische Polyurethan Pulver für das selektive Lasersintern, die unter dem Namen Desmosint in den Markt kommen.
Solid Composites
ist eine Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-,
Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT). Das innovative
Verfahren ermöglicht den Aufbau räumlicher Strukturen durch
Sintern pulverförmiger Ausgangsstoffe mittels Laserstrahl.
Das Formteil wird dabei ausgehend von seinen
Konstruktionsdaten aus thermoplastischem Pulver aufgebaut.
Geführt von CAD-Software, schmilzt ein Laser ein immer
wieder erneuertes Pulverbett an den Stellen auf, wo das
Bauteil entstehen soll. Auf diese Weise „wächst“ das
Formteil Schicht für Schicht heran.
Bisher waren für das selektive Lasersintern
hauptsächlich weiche, elastische Materialien und harte
Thermoplaste wie Polyamide kommerziell erhältlich. Die neuen
TPU-Produkte schließen mit ihrer hohen Zähigkeit,
Elastizität und Festigkeit eine Lücke zwischen diesen
Werkstoffklassen. Erster Vertreter der neuen TPU-Klasse ist
Desmosint X 92 A-1. Einer seiner Vorteile ist, dass der
Bauraum, in dem das TPU schichtweise verarbeitet wird, nur
auf 80 °C temperiert werden muss.
Das selektive
Lasersintern zeichnet sich durch große Designfreiheit aus
und bietet sich besonders für das „Additive Manufacturing“
von Klein- und Kleinstserien an – so etwa bei der Fertigung
von Komponenten wie Gehäuseteilen, Bälgen und Schläuchen für
Oberklasse- und Luxuslimousinen. Auch zur Fertigung von
individualisierten Bauteilen wie etwa orthopädischen
Schuheinlagen, Sportschuhen, Helmen und Prothesen eignet
sich das Verfahren beim Einsatz der TPU-Produkte sehr gut.
Am Ende der Nutzungsdauer ist der Kunststoff voll
recyclingfähig.
Bild: Bayer - Thermoplastisches Polyurethan Pulver für das selektive Lasersintern.
Erstellt am 30.07.2012