Garn spinnen aus Algenöl Dienstag, 09.04.2013
Die Kunststoffgewinnung aus Algenöl ist ein EU-Rahmenprogramm, an dem sich das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT beteiligt.
Das Projekt mit der Bezeichnung »SPLASH – Sustainable Polymers from Algae Sugars und Hydrocarbons« widmet sich der Gewinnung von Zucker und Kohlenwasserstoffen aus Algenöl. Fraunhofer UMSICHT erforscht die Verarbeitung der Kohlenwasserstoffe der Algen, aus denen Kunstoffmonomere gewonnen werden sollen. Die Ergebnisse werden auf der neuen Website dokumentiert.
Da sich langkettige Verbindungen beispielsweise in Form von
Lipiden in den Membranen der Alge befinden, müssen die
Zellen generell aufgebrochen werden, um an ihre wertvollen
Inhaltsstoffe zu gelangen. Nicht so bei der Grünalge
»Botryococcus braunii«. Ihre Besonderheit: Sie lässt sich
»melken«. Das heißt, der gewünschte Rohstoff wird von den
Mikroorganismen ausgeschieden und kann so beispielsweise
über Umkehrosmose-Membranen gewonnen werden, ohne dass die
Algenzelle zerstört wird. Eine Algenzelle kann infolgedessen
mehr Öl im Laufe ihres Lebens mit geringerer Menge an
Energie produzieren.
Das Vier-Jahres-Projekt SPLASH umfasst die gesamte
Prozesskette von der optimierten Produktion von Biomasse aus
Algen über die Produktentwicklung bis hin zur Produktion von
Kunststoffmonomeren. Ziel ist die Entwicklung von
hochwertigen Endprodukten wie Fasern für Garne, Seile und
Netze aus Algen-Zucker und -Kohlenstoff. Unter der Leitung
von Wageningen UR Food & Biobased Research setzen sich
die insgesamt 20 Partner zu 55 Prozent aus Unternehmen und
45 Prozent Universitäten und Forschungseinrichtungen
zusammen. Das Projektkonsortium plant für die Zukunft eine
Plattform, die Wissen, Werkzeuge und Technologien anbieten
will. Hiermit soll eine Branche, die Algen bzw. Algengene
als Ausgangsmaterial zur Produktion von Polymeren nutzt,
entscheidend unterstützt werden.
Erstellt am 9.4.2013