Epoxidharze aus Pflanzenöl für Leiterplatten Mittwoch, 10.07.2013
Ziel eines Forschungsverbundes der Hobum Oleochemicals GmbH, des Fraunhofer Instituts für Angewandte Polymerforschung und der Siemens AG ist, für petrochemisch basierte Epoxidharze eine biobasierte Alternative zu entwickeln. Das Projekt wird bis Anfang 2015 vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), gefördert.
Pflanzenöle stellen die wesentliche Grundkomponente für
biobasierte Harze dar. Eine spezielle
Fettsäure-Zusammensetzung, insbesondere ein hoher Gehalt an
Linolensäure, ist dabei entscheidend. Öllein verfügt über
einen hohen Linolengehalt, deshalb wurde die Pflanze für das
Projekt ausgewählt.
Systemlösungen für Reaktivharze aus reinen Leinölepoxiden
und den entsprechenden Härtern stecken in Deutschland
derzeit noch in den Anfängen. Unter anderem suchen die
Forscher in dem jetzt anlaufenden Vorhaben nach den
optimalen Additiven. Das Fraunhofer IAP setzt dabei auf
phosphorhaltige Verbindungen, die ein Abbrennverhalten ohne
halogenhaltige Substanzen ermöglichen. Dadurch ergäben sich
enorme Vorteile bei der Entsorgung, denn petrochemische
Epoxide mit bromhaltigen Flammhemmern gelten als Sondermüll,
die einen speziellen Verbrennungsprozess erfordern.
Epoxidharze werden für elektronische Bauteile, aber auch zur
Herstellung von Lacken, Beschichtungen und
Hydrophobierungsmitteln sowie Klebstoffen und
Dichtungsschäumen eingesetzt. Bei elektronischen Bauteilen
wird die Epoxidharz-Basis mit Papier oder Glasfasern
verstärkt.
Bild: FNR/H. Habbe - Blühender Lein
Erstellt am 10.7.2013