Unbedenkliche Flammhemmer Freitag, 30.08.2013
Forschern der Empa, Dübendorf CH, eine interdisziplinäre Forschungs- und Dienstleistungsinstitution für Materialwissenschaften und Technologieentwicklung innerhalb des ETH-Zürich, ist es gelungen, unbedenkliche Flammhemmer herzustellen.
Kunststoffe aus organischen Polymeren brennen aufgrund ihres hohen Kohlenstoffanteils meist sehr gut; in aufgeschäumter Form entzünden sie sich dazu noch recht leicht – und bilden je nach chemischer Zusammensetzung giftige Gase. Daher müssen beispielsweise Polyurethanschäume und dergleichen mit Flammschutzmitteln geschützt werden. Diese Schaumstoffe finden etwa in Polstermöbeln und Matratzen, als Isolations- und Verpackungsmaterial sowie als Montageschäume breite Anwendung.
Gängige halogenierte Flammschutzmittel wie Tris(chlorpropyl)phosphat (TCPP) oder einige polybromierte Diphenylether (PBDE) stehen allerdings im Verdacht, Gesundheit und Umwelt zu schädigen: Etliche dieser Substanzen sind äußerst langlebig und reichern sich in der Umwelt an, haben Hormon-ähnliche Wirkung und gelten gar als krebserregend. Unbedenkliche Ersatzstoffe sind also gefragt. Genau diese entwickelten Empa-Forscher zusammen mit der Schweizer Firma «FoamPartner» im Rahmen eines von der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) geförderten Projekts.
Bei den neuartigen Flammhemmern handelt es sich um organische phoshorhaltige Verbindungen, so genannte Phosphoramidate. Die Empa-Forscher haben mehrere dieser Substanzen synthetisiert (die sich jeweils in der Art der am Phosphor hängenden Amin-Substituenten unterschieden) und sie dem Polyurethanschaum in steigender Konzentration beigemischt. Erstes Ergebnis: Die Flammhemmer haben den Prozess der Schaumherstellung nicht beeinträchtigt. Die Forschungsergebnisse sind vor kurzem von der Fachzeitschrift «Industrial & Engineering Chemistry Research» angenommen und zur Publikation freigegeben worden.
Erstellt am 17.08.2013