Gassensoren spüren Schadstoff-Moleküle auf Montag, 21.04.2014
Techniker der Saar-Universität haben kostengünstige Sensorsysteme entwickelt, die kleinste Spuren von Gasen, zum Beispiel von Luftschadstoffen, zuverlässig aufspüren können.
Problematisch sind vor allem die flüchtigen organischen
Verbindungen, die aus Möbeln, Teppichböden, Wandfarben oder
Lacken ausdünsten. Die Forschungsergebnisse setzen die
Ingenieure und die Firma
3S GmbH
in Praxis-Anwendungen um: Derzeit bringen Sie ein
Sensorsystem zur Marktreife, das ermöglicht, Gebäude
automatisch zu lüften, wenn die Schadstoffkonzentration zu
hoch ist. In zwei Projekten entwickeln die Forscher ihre
Technik hierbei mit internationalen Partnern weiter,
gefördert von EU und Bundesforschungsministerium.
Dadurch, dass das Sensorsystem gezieltes Lüften
möglich macht, kann der Energieverbrauch von Gebäuden nach
den Erkenntnissen der Forscher halbiert werden.
Die Sensoren erfassen alle Arten von Gasen – von
Kohlenmonoxid bis hin zu organischen Verbindungen –
unterscheiden diese und bestimmen ihre Konzentrationen. Zum
Einsatz kommen Halbleiter-Gassensoren auf Metalloxid-Basis
und so genannte gassensitive Feldeffektsensoren. Die
Sensoren sammeln hierzu über einen bestimmten Zeitraum
Moleküle und messen anschließend deren Menge.
Im Projekt „SensIndoor“, das ein Gesamt-Volumen von 4,6 Millionen Euro hat, sind
beteiligt Forschungsinstitute und industrielle Partner aus
Schweden (Universität Linköping und Sensic AB), Finnland
(Universität Oulu und Picodeon LTD OY), der Schweiz (SGX
Sensortech SA), Frankreich (SARL Nanosense) und Deutschland
(Saar-Uni, Fraunhofer-Institut für chemische Technologien, 3S GmbH
und Eurice GmbH). Die EU fördert das Projekt im siebten
Forschungsrahmenprogramm mit 3,4 Millionen Euro, rund eine
Million fließt ins Saarland.
Erstellt am 21.4.2014