OLED-Verkapselung Samstag, 26.04.2014
Consumer Electronics: OLED-Verkapselung mit weltweit einzigartigen tesa Barriere-Klebebändern.
Vier Buchstaben elektrisieren die Elektronikindustrie: OLED.
Dahinter verbergen sich organische Licht-emittierende Dioden
(engl. Organic Light Emitting Diodes; siehe Infokasten). Die
OLED-Technologie ist für Bildschirme, unter anderem in
Smartphones, Tablet-Computern und TV-Geräten, sowie für
Displays bestens geeignet. Ein weiteres Einsatzgebiet mit
nahezu unbegrenzten Möglichkeiten sehen Experten im Bereich
der großflächigen Raumbeleuchtung (Lighting). Zum Beispiel
könnten die industriell gefertigten „Glühwürmchen“ in naher
Zukunft Tapeten erstrahlen lassen, komplette Fenstergläser
ersetzen, und auch im Bad dürfte eine Kombination aus
Spiegel und Lampe mittelfristig Standard sein.
Erhebliche Wachstumspotenziale im OLED-Bereich
Laut dem Marktforschungsinstitut DisplaySearch wird
bereits im Jahr 2019 ein weltweites Marktvolumen von mehr
als 30 Milliarden Euro allein für OLED-Displays angenommen.
Bis dahin erwarten Experten in diesem Bereich
durchschnittliche jährliche Wachstumsraten von 35 Prozent.
Eine Untersuchung zum weltweiten Umsatz mit TV-Geräten auf
OLED-Basis sagt für das Jahr 2014 einen Umsatz von mehr als
10 Milliarden Euro vorher; für 2017 werden rund 12,6
Milliarden Euro prognostiziert. Im vergangenen Jahr
verzeichnete dieses Segment ein globales Umsatzvolumen von
lediglich 365 Millionen Euro (Quelle: Statista, 2014).
Hohe Kosten und Anfälligkeit gegen Luftfeuchtigkeit
Bei der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES)
in Las Vegas waren die sogenannten „Curved OLED TVs“ der
koreanischen Hersteller Samsung und LG die absoluten
Hingucker. Und dies in zweierlei Hinsicht: Die gebogenen
Bildschirme bieten ein völlig neues Fernseherlebnis, sorgen
aber bei Interessenten auch für große Augen beim Blick aufs
Preisschild: Das Spitzenmodell von LG mit 77 Zoll
Bildschirmdiagonale hat eine unverbindliche Preisempfehlung
von 30.000 Dollar.
Ein Schlüsselproblem der
OLED-Technologie: Für eine breite Anwendung in der
Elektronikindustrie ist – neben möglichst niedrigen
Materialkosten – entscheidend, dass der gesamte
Prozessablauf während der Geräte-Herstellung hocheffizient
ist. Da OLEDs den großen Nachteil haben, dass sie überaus
anfällig gegenüber Umwelteinflüssen sind, müssen die
sensiblen Substrate mit höchster Präzision verkapselt
werden. Ansonsten drohen später kleine „schwarze Löcher“.
Kundentests bei Geräteherstellern und Zulieferern
Als Methode, OLEDs wirksam vor Sauerstoff und
Luftfeuchtigkeit zu schützen, haben sich technologisch
anspruchsvolle Spezial-Klebebänder erwiesen. Im Dezember
2013 führte die tesa SE eine neue Generation von
Barriere-Tapes ein, die sich zurzeit bei Geräteherstellern
und Zulieferern der Elektronikindustrie, darunter auch
etliche Global Player, in Kundentests befinden. Die
transparenten Klebebänder verkapseln vollflächig das im
Vakuum aufgedampfte OLED-Material. Welche extrem hohen
Anforderungen an die Tapes gestellt werden, macht folgender
Vergleich deutlich: Hinsichtlich der OLED-Verkapselung gilt
für die Wasserdampf-Durchlässigkeit – die sogenannte Water
Vapor Transmission Rate (WVTR) – ein 100.000-mal niedrigerer
Wert, als ihn die Lebensmittelbranche beispielsweise für
Milchtüten vorschreibt. In der Praxis bedeutet dies: Über
viele Jahre hinweg dringt bei Raumtemperatur in die durch
tesa Barriere-Tapes abgedichteten OLEDs keine
Luftfeuchtigkeit.
Neue Technologie mit doppeltem Effekt
Sauerstoff und Wasserdampf von außen abzuhalten, ist
das eine. Doch was passiert mit der „inneren“
Restfeuchtigkeit, die jede Klebmasse aufweist? Um der
Kundenanforderung von extrem trockenen Klebebändern
nachzukommen, hat tesa in seinem Forschungszentrum die
weltweit einzigartige DrySeal® Liner Technology entwickelt.
Diese patentierte Technologie beinhaltet ein innovatives
System, das wie ein Schwamm funktioniert. Schon beim
Transport der in Aluminium-Behälter eingeschweißten Tapes
bewirkt eine Trennfolie, dass die doppelseitigen Klebebänder
ihre Restfeuchtigkeit abgeben. Während der OLED-Verkapselung
im Produktionsprozess des Kunden wird diese, mit kleinsten
Flüssigkeitsmengen angereicherte Folie entfernt.
Die dünnen, doppelseitig klebenden tesa
Barriere-Tapes eignen sich einerseits für sämtliche
OLED-Display-Anwendungen der Gegenwart, zum Beispiel in
Mobiltelefonen, andererseits auch für Bildschirme. „Unsere
marktreifen Klebebänder machen jede Evolution in der
Elektronikindustrie mit. Aufgrund ihrer
Produkt-Eigenschaften sind sie geradezu prädestiniert, schon
demnächst auch in flexiblen OLED-Bauelementen zum Einsatz zu
kommen“, erklärt tesa Industrievorstand Dr. Robert Gereke.
„Darüber hinaus eröffnet uns der Bereich ‚Lighting‘ völlig
neue Wachstumschancen.“
Zwei Tapes für effiziente Produktionsprozesse
Angeboten werden die neuen tesa Klebebänder als
Rollenware in 25 und 50 Mikrometern (1 µm = 1/1000 mm)
Dicke. Die optisch klaren Tapes lassen sich sowohl in
„starren“ Produktionsprozessen als auch im
Rolle-zu-Rolle-Verfahren schnell und sicher verarbeiten;
Wechselwirkungen zwischen OLED-Materialien und dem
Barriere-Tape treten nicht auf. Bei der Weiterentwicklung
von neuen Barriere-Klebebändern für unterschiedliche
Anwendungsbereiche arbeitet tesa unter anderem mit führenden
Consumer-Electronics- als auch Display-Produzenten in Asien
eng zusammen.
Bild: tesa
Erstellt am 26.4.2014