Kratzfester Samstag, 24.05.2014
Evonik Industries stellt silanmodifizierte Polyurethanbindemittel für Autoklarlacke in industriellem Maßstab her und ebnet damit den Weg für eine neue Technologie, mit der beispielsweise Autoklarlacke kratzfester als je zuvor werden.
Der Vorteil dieser silanmodifizierten Bindemittel liegt in
der höheren Vernetzungsdichte über die Silangruppen. Sie
macht einen flexiblen und zugleich härteren Autoklarlack
möglich und führt so zu höherer Kratzfestigkeit.
Bislang war die Produktion silanmodifizierter
Polyurethanbindemittel so aufwendig und teuer, dass sie nur
in geringem Umfang etwa in Hochleistungsklebstoffen
eingesetzt wurden. Für großvolumige Anwendungen wie etwa
Autoklarlack und andere breitere Anwendungen standen sie
nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Mit dem
neuentwickelten Herstellungsprozesses für das Silylisocyanat
IPMS (3-Isocyanatopropyltrimethoxysilan),
dem Schlüsselbaustein für die Fertigung von
silanmodifizierten Bindemitteln, produziert
Evonik
das Silylisocyanat IPMS jetzt in einer neuen Anlage in Marl.
Eines der ersten Anwendungsgebiete für die neuen Bindemittel
auf Basis von IPMS ist der nur etwa 40 Mikrometer dünne
Klarlack, der als oberste Schicht eines Autolacks für Glanz
sorgt. Neben der verbesserten Kratzfestigkeit schneiden die
neuen Systeme bei der chemischen Beständigkeit und der
Witterungsbeständigkeit ebenso gut ab wie typische
Zweikomponenten-Polyurethanlacke. Darüber hinaus sind
silanmodifizierte Bindemittel voll kompatibel mit den
Zweikomponenten-Polyurethanlacken und führen zu erheblich
verbesserten Eigenschaften. Das heißt für die
Automobilhersteller, dass Lacke mit dem innovativen
Bindemittel wie gewohnt über bestehende Fertigungslinien
appliziert werden können.
Die neue Produktpalette wird unter der VESTANAT® EP-M Produktfamilie vermarktet.
Erstellt am 20.5.2014