Biokunststoffe heben ab! Donnerstag, 06.11.2014
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Mauerfalls produziert das IfBB – Institut für Biokunststoffe und Bioverbundwerkstoffe an der Hochschule Hannover 20.000 Ballonclips aus Biokunststoffen für Ballons aus Naturkautschuk.
„Lichtgrenze“ heißt die Installation, die an den
Mauerverlauf durch Berlin erinnern wird. Auf einer Strecke
von gut 15 Kilometern entsteht eine Lichterwand aus Ballons,
die am Abend des 09. Novembers in den Himmel entschwindet.
Eine symbolträchtige Idee, für deren Umsetzung auch einige
ökologische Aspekte berücksichtigt werden müssen.
Aus
diesem Grund wandten sich die Projektentwickler an das IfBB.
Es ging darum, Ballonclips aus einem Biokunststoff
herzustellen, der den technischen Anforderungen und
gleichzeitig den ökologischen Ansprüchen gerecht wird.
Allein
8000 Ballons werden am Tag der Wiedervereinigung durch den
Wind in alle Richtungen getragen und landen an den
unter-schiedlichsten Orten. Und genau dort sollen sie eines
Tages verrotten, was herkömmliche Luftballons und –clips
nicht könnten. Konventionelle Kunststoffe sind in der Regel
nicht biologisch abbaubar, sie würden noch zum 100-jährigen
Jubiläum an das diesjährige 25ste Jubiläum erinnern – kein
guter Beigeschmack.
Am IfBB wurde zur Produktion
der Clips ein Werkzeug entwickelt, welches an die
Verarbeitungseigenschaften des eingesetzten Materials, ein
PLA-Blend (Biokunststoff), angepasst wurde. Die besondere
Anforderung an den perlmuttfarbenden Clip ist, dass er
sowohl eine hohe Festigkeit mit sich bringen muss und
gleichzeitig elastisch sein soll, damit die Clips beim
Verschließen der Ballons nicht brechen, also kein Sprödbruch
entsteht.
Die für die Clips und die Ballons
verwendeten biobasierten Werkstoffe gewährleisten
schließlich, dass die „Mauer“, die einst nicht nur Ost- und
Westberlin voneinander trennte, bedenkenfrei in den Himmel
entschwinden kann.
Bild: Mudersbach/ IfBB - Werkzeug und Ballonclips
Erstellt am 6.11.2014