Künstliche Photosynthese Mittwoch, 11.02.2015
Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie (HZB), haben die Elektronenzustände eines Mangan-Katalysators exakt beschrieben, der Licht in chemische Energie umwandeln kann.
Die Forscher haben damit einen wichtigen Schritt
gemacht, um Photosynthese – die Energiegewinnungsmethode
grüner Pflanzen – in künstlichen Systemen besser zu
verstehen.
Wenn die Forschungsergebnisse letztlich in einen technisch
und ökonomisch ausgereiften Prozess umgesetzt werden können,
wären wir auf dem Weg zu einer kontinuierlichen Speicherung
von Sonnenenergie ein wesentliches Stück weiter gekommen.
Könnte man das Licht der Sonne ohne großen Aufwand direkt in
chemische Energie umwandeln – sämtliche Energiesorgen der
Menschheit wären Vergangenheit. Grüne Pflanzen haben dafür
einen Mechanismus entwickelt, die Photosynthese: Sie nutzen
Sonnenlicht, um aus Wasser und Kohlendioxid energiereiche
Substanzen wie Zucker aufzubauen. Doch die Moleküle des so
genannten „Oxygen Evolution Centre“, wo diese Vorgänge in
den Pflanzenzellen stattfinden, sind hochkomplex und sehr
empfindlich. Wissenschaftler sind deshalb bestrebt, die
katalytischen Vorgänge im Labor in künstlichen Systemen
ablaufen zu lassen und diese für den kommerziellen Einsatz
zu optimieren. Am besten geeignet sind Mangan-Komplexe, die
in eine Nafion-Matrix – einem Teflon-ähnlichen Polymer –
eingebettet sind. Beim Kontakt mit Nafion bilden die
Mangan-Komplexe Nanopartikel aus Manganoxiden, die bei
Lichteinfall die Spaltung von Wasser in Sauerstoff und
Wasserstoff katalysieren. Der Wasserstoff kann als
Energieträger gespeichert werden.
Von den verschiedenen Mangan-Komplexen erwies sich ein von
den Wissenschaftlern als Mn(III) bezeichneter Komplex als
Bildner der effizientesten Manganoxide. Das Ziel ist es,
synthetisch arbeitenden Chemikern ein genaues Bild der bei
der künstlichen Photosynthese ablaufenden Vorgänge zu geben,
um so ihre Forschung zu unterstützen. So muss man zum
Beispiel herausfinden, ob und unter welchen Bedingungen die
Materialien für technische Anwendungen genutzt werden
können, so dass Licht in chemische Energie umgewandelt wird.
Erstellt am 4.2.2015