Neuer Flammhemmer Freitag, 13.02.2015
Eine neu entwickelte Beschichtung schützt das Innere von Businessjets vor Feuer.
Das Mittel ist nicht nur umweltfreundlicher als bisher verfügbare Flammhemmer, sondern auch schneller appliziert. Das neue Mittel könnte auch bei Möbeln, Wand- oder Deckenverkleidungen zum Einsatz kommen.
Businessjets müssen innen schön aber unbrennbar sein. Der
Schweizer Flugzeugausrüster Jet Aviation, der Mobiliar im
Innern der Flugzeuge renoviert oder neu zusammenstellt,
gelangte mit einem Projektauftrag an die Empa, einem
Forschungsinstitut im Bereich der Technischen Hochschule
Zürich (CH). Um die einzelnen Schichten der Leichtbaumöbel
flammhemmend auszurüsten, waren bislang mehrere
Arbeitsschritte nötig. So lange blieb der Businessjet am
Boden. Die Frage war nun: Geht das nicht schneller? Der
Empa
Forscher haben nun einen neuen Flammschutz entwickelt.
Dieser kommt ohne chlorierte und bromierte Chemikalien aus
und erreicht den Flammschutzeffekt allein durch ein
besonders hohes Molekulargewicht. Daraus erfolgt ein
weiterer Vorteil: Das Flammschutzmittel dünstet nicht in die
Luft aus; Geruchsbelästigungen im neu möblierten Jet gibt es
also nicht.
Auch die erwünschte Zeitersparnis im Handling
der teuren Maschinen konnte das Empa-Team sicherstellen: Das
neu entwickelte Flammschutzmittel braucht nur einmal
aufgetragen zu werden – anstatt in mehreren Schichten
übereinander. So entfallen Arbeitsstunden und
Trocknungszeiten. Das 2012 angelaufene Projekt wurde von der
Kommission für Technologie und Innovation (KTI) im Rahmen
der Sondermaßnahmen gegen den Starken Franken mitfinanziert;
das Verfahren ist inzwischen zum Patent angemeldet.
Projektleiter Sabyasachi Gaan denkt bereits einen Schritt
weiter: Wenn die Flammschutzausrüstung beim Restaurieren von
Jets Zeit spart, dann könnte sie auch in der Herstellung von
Businessflugzeugen gewinnbringend eingesetzt werden.
Gespräche mit Herstellern sind bereits geplant. Das neu
entwickelte, umweltfreundliche Flammschutzmittel könnte auch
anderswo Karriere machen, die Forschenden können sich
vorstellen, dass man den Stoff auch für die flammhemmende
Ausrüstung von Textilien, für Holzmöbel oder für Wand- und
Deckenverkleidungen in Gebäuden einsetzen kann.
Erstellt am 4.2.2015