Kunststoff-Solarzellen Dienstag, 17.03.2015
Sogenannte organische Solarzellen auf Kunststoffbasis sind kostengünstig, flexibel und vielseitig einsetzbar.
Ihr Nachteil gegenüber den etablierten Silizium-Solarzellen
ist ihre geringere Stromausbeute. Typischerweise setzen sie
nur wenige Prozent des einfallenden Sonnenlichts in
Elektrizität um. Dennoch sind organische Solarzellen bereits
an vielen Stellen wirtschaftlich, und Forscher suchen nach
neuen Wegen, die Energieausbeute zu erhöhen. Ein
vielversprechender Weg ist die Beimischung von
Nanopartikeln. So ließ sich zeigen, dass Gold-Nanopartikel
zusätzliches Sonnenlicht absorbieren, das in der Solarzelle
zusätzliche elektrische Ladungsträger erzeugt, wenn es von
den Goldpartikeln wieder abgegeben wird.
Forscher von der Technischen Universität München (TUM) haben
nun beobachtet, dass magnetische Nanopartikel die Leistung
von Kunststoff-Solarzellen steigern können. Dazu sind
Nanopartikel aus schweren Elementen nötig. Tatsächlich
konnte Magnetit (Fe3O4) den Wirkungsgrad der
Solarzellen in einem Laborversuch um bis zu 11 Prozent
erhöhen.
Die Beimischung von Nanopartikeln ist eine Routinetechnik,
die sich in den verschiedenen Produktionsverfahren von
organischen Solarzellen problemlos anwenden lässt. Wichtig
ist jedoch, dass nicht zu viele Nanopartikel in die
Solarzelle gemischt werden. Denn organische Solarzellen
besitzen eine sorgfältig abgestimmte innere Struktur, bei
der die lichtsammelnden aktiven Materialien mit optimalen
Längenskalen gemischt sind, um die Ladungsträger-Paare
möglichst effizient zu trennen. Werden sehr viele
Nanopartikel in das Material der Solarzelle gemischt,
verändert sich die Struktur des Materials. Den größten
Effekt beobachteten die Wissenschaftler bei einer Dotierung
mit 0,6 Gewichtsprozent Nanopartikeln. Die Effizienz der
untersuchten Kunststoffsolarzelle stieg dabei von 3,05
Prozent auf 3,37 Prozent. Die Forscher erwarten, dass sich
auch die Leistung anderer Kunststoff-Solarzellen durch die
Dotierung mit Nanopartikeln weiter steigern lässt.
Bild: TU München / Kristalline Strukturen innerhalb einer organischen Solarzelle führen zu charakteristischen Streubildern in den Synchrotronstrahlungsexperimenten.
Quelle: Technische Universität München
Erstellt am 17. März 2015