Positive Ökobilanz von Großbatteriespeichern Donnerstag, 02.04.2015
Großbatteriespeicher sind besonders dafür geeignet, die sogenannte Primärregelleistung bereitzustellen.
Diese sorgt dafür, dass ein Ungleichgewicht zwischen
Stromerzeugung und -verbrauch innerhalb weniger Sekunden
automatisch geregelt und damit das Stromnetz stabilisiert
wird. Bislang erbringen vorwiegend thermische Kraftwerke
diese Leistung und erfüllen weitere (Liefer-)Aufgaben.
Um die unterschiedlichen Umweltwirkungen von
Steinkohlekraftwerken und Großbatteriespeichern durch das
Bereitstellen von Primärregelleistung detailliert
herauszuarbeiten, verglichen Jülicher Wissenschaftlern
vom Institut für Energie- und Klimaforschung und dem
Berliner Batteriespeicherexperten Younicos die Systeme in
verschiedenen Einsatzbereichen. Eine zentrale Frage in
diesem Zusammenhang war, ob vor dem Hintergrund des starken
Ausbaus erneuerbarer Energien fossile Kraftwerkskapazität
durch den Einsatz von Großbatteriespeichern ersetzt werden
kann. Die Forscher gingen in ihrer Studie bei Kraftwerken
und Großbatterien von einer Laufzeit von 20 Jahren aus. Für
die Studie kamen die Daten zum Großbatteriespeicher aus
Schwerin: Dort errichtete die Firma Younicos mit der Fünf-
Megawatt-Lithium-Ionen-Anlage Europas ersten kommerziellen
Großbatteriespeicher. Betreiber ist der Energieversorger
WEMAG.
In den meisten Betriebsszenarien ergeben sich ökologische Vorteile für die Großbatteriespeicher, besonders in puncto CO2-Ausstoß und Treibhauseffekt. Steinkohlekraftwerke haben lediglich in einem Fall ökologische Vorteile – unter der Annahme, dass sie kurzfristig über- und unterlastfähig sind und alle Netzdienstleistungen erbringen sowie einen minimalen Verlust des Wirkungsgrades aufweisen.
Quelle: Forschungszentrum Jülich GmbH
Erstellt am 1. April 2015