Aromatische Kohlenwasserstoffe Dienstag, 28.04.2015
Wie kann die Rohstoffversorgung mit organischen Grundchemikalien auch im Zeitalter nach dem Erdöl sichergestellt werden?
Mitarbeiter am
Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT, Pfinztal, haben ein Verfahren entwickelt, Holz oder
Altkunststoffe bei Temperaturen um 400 °C in flüchtige
Bestandteile zu zersetzen und aromatische Kohlenwasserstoffe
aus den Pyrolysegasen zu isolieren. Aromatische
Kohlenwasserstoffe fallen heute noch ausgehend von
Rohölfraktionen im Steamcracker oder Kat-Cracker bei der
Herstellung von Ethylen an und enthalten typischerweise die
Verbindungen Benzol, Toluol, Ethylbenzol und Xylol. Während
herkömmliche Verfahren in der Gasphase arbeiten, nutzt das
ICT Verfahren Mischungen von flüssigen Salzen, in denen sich
die Cracking-Reaktionen von beispielsweise Holz oder
Altkunststoffen, durchführen lassen, wobei die Salze als
Reaktionsmedium und Wärmeträger dienen.
Dazu
werden die Ausgangsverbindungen in das flüssige Salz
eingetragen (Fluid Salt Cracking Prozess), und die
Einsatzprodukte bei Temperaturen um 400°C thermisch und
katalytisch aufgespalten. Durch die Reaktion im
flüssigen Salz entsteht ein heißer Dampf, der außerhalb des
Reaktors gekühlt und kondensiert wird. Aus dem dabei
anfallenden Organosolv-Lignin werden die einzelnen
aromatischen Komponenten isoliert.
Die
hergestellten Gemische enthalten zum größten Teil Benzol,
Toluol, Ethylbenzol und para-Xylol, aber auch Styrol und
Naphthalin. Als gasförmige Nebenprodukte wurden Wasserstoff,
Alkene und Alkane gefunden, die ebenfalls wirtschaftlich
genutzt werden können. Mit dem neuen
Fraunhofer-ICT-Verfahren wird eine alternative Rohstoffbasis
für die derzeit genutzten immer knapper und teurer werdender
Rohstoffe aufgezeigt.
Bild+Quelle: © Fraunhofer
ICT - Typischer Einsatzstoff Organosolv-Lignin des
Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT, ein
polyaromaten-haltiger Naturstoff, und das daraus gewonnene
Gemisch aromatischer Kohlenwasserstoffe aus dem Fluid Salt
Cracking Prozess (FSC)
Erstellt am 28.
April 2015
KK