Nichtoxidkeramik frei formbar Montag, 11.05.2015
Kosteneffizientes Verfahren zur Formgebung und komplexen Bauteilen des Werkstoffs SiSiC entwickelt.
Wissenschaftler am
Fraunhofer IKTS
in Dresden haben ein Verfahren entwickelt, mit welchem die
Formgebung des Werkstoffs Siliziuminfiltriertes
Siliziumcarbid (SiSiC) hin zu komplexen Bauteilen
kosteneffizient realisiert werden kann. SiSiC ist extrem
hart wie Diamant, schwindungsfrei in der Herstellung,
beständig gegen Chemikalien, Verschleiß und Temperaturen bis
1300 °C, dazu herausragende chemische, thermische und
tribologische Eigenschaften.
Ein neuartiges
Verfahren überwindet nun verfahrenstechnische Grenzen
konventioneller Formgebungsmethoden. Dadurch können
Komponenten mit großen Wandstärkeunterschieden und
anspruchsvollen Hinterschneidungen realisiert werden. Die
Forscher adaptierten das bewährte Produktionsverfahren für
SiSiC-gefüllte Reaktionsharzbetone der Firma SICcast
Mineralguss GmbH auf die keramische Fertigung. Grobkörnige
Partikel, vermischt mit einem polymeren Binder, werden
hierfür drucklos in offene Formen gegossen und gehärtet.
Dieses Verfahrensprinzip ermöglicht die Herstellung großer
und komplexer Bauteile in nur einem Arbeitsschritt.
Mit
dem neuartigen Verfahren werden kostenintensive material-,
maschinen- und personalaufwendige Modulbauweisen und
Verfahrenskombinationen mit Garnierprozessen umgangen. Die
wirtschaftliche Fertigung ermöglicht im Chemie- und
Anlagenbau, beispielsweise in der Pumpenindustrie, die
Substitution konventioneller Materialien wie Metalle oder
Kunststoffe. Mit dem Allround-Werkstoff Siliziumcarbid
lassen sich Standzeiten von Maschinen um bis zu 100 %
steigern.
Weitere potenzielle Anwendungen des
Werkstoffs sind Komponenten von Düsen, Mühlen oder Brennern
sowie Strukturbauteile für Hochpräzisionsanwendungen
in der optischen Industrie.
Quelle + Bild:
Fraunhofer IKTS - Keramische Radialpumpenlaufräder aus
Siliziumcarbid
Erstellt am 11. Mai 2015
KK