Von Erdgas zum Chemie-Grundstoff Donnerstag, 09.07.2015
Bio-mimetischer Katalysator ebnet den Weg zu 'Gas-to-Liquid'-Technologien
Die Umwandlung von Erdgas in flüssige Kohlenwasserstoffe ist
bisher nur in sehr großen Anlagen effizient durchführbar.
Für die wirtschaftliche Verarbeitung von Methan aus
kleineren Quellen an entfernten Standorten steht trotz
vieler Forschungsanstrengungen derzeit keine
'Gas-to-Liquid'-Chemie zur Verfügung. Von allen
konzeptionell vielversprechenden Verfahren zur direkten
Umwandlung von Methan in kleinerem Maßstab scheint die
partielle Oxidation zu Methanol die praktikabelste zu sein.
Aufgrund der niedrigeren Betriebstemperaturen ist das
Verfahren sicher und energieeffizienter als andere.
Ein
neuer, Enzymen nachempfundener Zeolith-Katalysator könnte
die Umwandlung von Erdgas zu Kraft- und Ausgangsstoffen für
die chemische Industrie wesentlich erleichtern. Entwickelt
wurde er von einem internationalen Team mit Forschern der
Technischen Universität München (TUM), der Technischen
Universität Eindhoven und der Universität Amsterdam.
Im
Fokus des Teams steht ein extrem poröser Zeolith mit
eingebauten Kupferatomen. Diese kupferhaltigen Zeolithe mit
Mordenitstruktur imitieren die Reaktivität des Enzyms
Methan-Monooxygenase (MMO), das Methan effizient und
selektiv zu Methanol oxidiert. Die Forscher identifizierten
dreikernige Kupfer-Oxo-Cluster, die die
Kohlenstoff-Wasserstoff-Bindungen in Methan lockern und
damit dessen Umwandlung in Methanol fördern.
Foto: Andreas Battenberg / TUM - Zeolith mit eingebautem Kupfer für die selektive Oxidation von Methan zu Methanol
Quelle: Technische Uni München
Erstellt am 9. Juli 2015
KK