Warum altern Batterien? Donnerstag, 09.07.2015
ABattReLife – Ursachen für Batteriealterung
Über drei Jahre untersuchte unter der Projektführung des
Fraunhofer-Instituts für Silicatforschung, Würzburg,
eine Gruppe verschiedener Unternehmen und Hochschulen die
Ursachen für die Alterung von Elektrofahrzeug-Batterien
sowie Möglichkeiten, den Alterungsprozess aufzuhalten oder
wenigstens zu verlangsamen und gealterte Batterien einer
Zweitverwertung bzw. einem finalen Recycling zuzuführen. Die
Ergebnisse wurden nun im Rahmen eines Workshops
vorgestellt.
Untersucht wurde, wie sich
unterschiedliche Betriebsbedingungen beim Laden und Entladen
auf das Alterungsverhalten auswirken. Bis zu 80 %
Restkapazität altern Lithium-Ionen Batterien mit moderater
und konstanter Geschwindigkeit. Bei weiterer Entladung
zeigen manche Batterien eine Änderung ihres
Verhaltens. Begünstigt wird dies durch zu hohe
Laderaten, zu hohe Entladetiefen und zu niedrige
Temperaturen. Der Einbruch der Leistungsdaten konnte durch
Einhaltung bestimmter Bedingungen verzögert werden.
Der Alterungsvorgang ist mit sichtbaren
Veränderungen der Komponenten verbunden. Während die
positive Elektrode kaum Veränderungen zeigte, war die
negative Graphitelektrode durch Mikrorisse, Ablagerungen und
einen metallischen Lithiumschleier beeinträchtigt. Begrenzte
Bereiche zeigten Beeinträchtigungen in Form des sogenannten
Lithium-Platings. Daraus ließ sich schließen, dass der Druck
eine lokale Überladung erzeugt, die zu massivem
Lithiumverlust führt und diesen Bereich zerstört. Da das
Plating irreversibel ist, greift der Vorgang auf benachbarte
Bereiche über – die Batterie hat ihr Lebensende erreicht.
Die gefundenen Zusammenhänge zeigen auf, warum manche
Batterietypen für die Zweitverwendung weniger geeignet sind
als andere und was beachtet werden muss, um Batterien aus
der Elektromobilität für stationäre Anwendungen
wiederverwenden zu können.
Forscher der
technischen Universität Bergakademie Freiberg entwickelten
ein mechanisches Recyclingverfahren für Batterien aus
Elektrofahrzeugen, das im Gegensatz zu bisherigen Systemen
kosten- und energiesparend sein sollte und mehr
Einzelkomponenten zurückgewinnen konnte. Nach vollständiger
Entladung und mechanischer Zerkleinerung, konnten rund
50% der Stoffe wiedergewonnen werden. Das
Recyclingverfahren wurde bereits soweit optimiert, um es im
Pilotmaßstab zu verwenden. Es bleibt jedoch die Frage offen,
inwieweit eine weitere Verbesserung bei größerer Anstrengung
sinnvoll und wirtschaftlich erscheint.
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Quelle: Fraunhofer ISC
Erstellt am 9. Juli 2015
KK