Jagd auf Super-Solarzelle Donnerstag, 09.07.2015
«Sharc25» – Dünnschichtsolarzellen mit 25% Wirkungsgrad
In einem neuen EU-Forschungsprojekt «Sharc25» sollen
Dünnschichtsolarzellen mit extrem hohem Wirkungsgrad für
eine neue Generation von Solarmodulen entwickeln werden.
Dazu haben sich elf Forschungspartner aus acht Ländern
zusammengeschlossen. Das dreieinhalb Jahre laufende Projekt
wird von der EU im Rahmen von «Horizon 2020» mit 4,6
Millionen Euro gefördert; die Schweizer Regierung steuert
1,6 Millionen Euro bei. Die Forschungsergebnisse sollen die
europäische Solarbranche deutlich wettbewerbsfähiger
machen.
Ziel im Projekt «Sharc25» ist, den
Wirkungsgrad von Dünnschichtsolarzellen aus
Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (kurz CIGS genannt) auf bis
zu 25% steigern und damit die bisherige Bestmarke um mehr
als drei Prozentpunkte übertreffen. Schwerpunkt des
Empa-Beitrags wird dabei die Entwicklung innovativer
Prozesse und Bauformen für Solarzellen sein, um so deren
Wirkungsgrad weiter zu erhöhen Grundsätzlich zielt das
Projekt auf eine Bündelung der multidisziplinären
Kompetenzen der Partner, um so günstigere und effizientere
Solarzellen zu entwickeln.
In den letzten Jahren
hat sich die Leistung von Dünnschichtsolarzellen auf der
Basis von Halbleiter-verbindungen erheblich verbessert. Mit
einem Wirkungsgrad von 20.4% bei flexiblen CIGS-Solarzellen
auf Kunststofffolien erreichte man bereits 2013 fast das
Niveau von multikristallinen Solarzellen aus Silizium. Mit
«Sharc25» soll die Messlatte noch einmal höher gelegt
werden.
Mit der Erhöhung des Wirkungsgrads um
drei Prozentpunkte auf 25% könnte die Leistungsfähigkeit
europäischer Solarzellen einen echten Quantensprung
vollziehen und so der Vormachtstellung asiatischer Produkte
auf dem Weltmarkt Parole bieten. Aufgabe des Projekts ist
dabei auch, Strategien zu entwickeln, um die
Forschungsergebnisse für industrielle Anwendungen nutzbar zu
machen. Durch einen erfolgreichen Einsatz der neuen
Technologie in der Solarbranche könnten die
Produktionskosten von Solarmodulen in Europa unter 0.35 Euro
pro Watt peak (Wp) fallen und die Kosten für installierte
Photovoltaiksysteme unter 0.60 Euro/Wp.
Quelle + Bild: EMPA Material Science & Technology
Erstellt am 9. Juli 2015
KK