Schnell im Niobphosphid Donnerstag, 09.07.2015
Mit 300 Kilometern pro Sekunde zu neuer Elektronik
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemische
Physik fester Stoffe, Dresden, haben entdeckt, dass der
elektrische Widerstand einer Verbindung aus Niob und
Phosphor extrem steigt, wenn ein starkes Magnetfeld an dem
Material anliegt. Dieser „Riesenmagneto-Widerstand“ ist
schon bei anderen Komponenten bekannt und wird bereits in
modernen Festplatten genutzt. Dabei wurden bisher filigran
übereinander geschichtete Materialien verwendet.
Niobphosphid oder ein Material mit ähnlichen Eigenschaften
als Alternative hätten den Vorteil der leichteren
Herstellbarkeit.
Die
Max-Planck-Wissenschaftler in Dresden haben nun erstmals
einen fast 10.000-fachen Anstieg des Widerstandes in einem
einzigen Material, nämlich Niobphosphid (NbP) beobachtet.
Der Widerstand von Niobphosphid ändert sich in einem
Magnetfeld so drastisch, weil das Feld die Ladungsträger
durch die sogenannte Lorentzkraft ablenkt. Diese Kraft führt
dazu, dass bei steigendem Magnetfeld ein immer größerer Teil
der Elektronen gewissermaßen in die falsche Richtung fließt.
Dadurch wächst der elektrische Widerstand.
Die
Lorentzkraft und damit der Einfluss eines Magnetfeldes ist
umso größer, je schneller sich die Elektronen im Material
bewegen. In Niobphosphid gibt es superschnelle
Ladungsträger. Diese bewegen sich mit etwa einem Tausendstel
der Lichtgeschwindigkeit – das sind 300 Kilometer pro
Sekunde. Diese Materialklasse hat ein Potential für künftige
Anwendungen in der Informationstechnologie.
Quelle:
Max-Planck-Institut
Erstellt am 9. Juli 2015
KK