Konkurrenz für Graphen Dienstag, 21.07.2015
Halbleitende Schichtmaterialien aus Phosphor und Arsen als Alternative zu Silizium
Chemiker der Technischen Universität München (TUM)
entwickelten ein Halbleiter-Material, bei dem einzelne
Phosphor-Atome durch Arsen ersetzt sind. Das Produkt erweist
sich als Konkurrenz zu Graphen und hat das Potential,
halbleitende Schichtmaterialien aus Silizium zu ersetzen. Im
Rahmen einer internationalen Kooperation bauten sie daraus
zusammen mit amerikanischen Kollegen erstmals
Feldeffekt-Transistoren.
Seit vielen Jahrzehnten
ist Silizium die Basis der modernen Elektronik. Doch seine
Miniaturisierung stößt an ihre physikalische Grenze; darüber
hinaus ist Silizium hart und spröde, doch der Markt tendiert
zu flexiblen Geräten. Dies hat einen Wettlauf um neue
Materialien ausgelöst, die Silizium eines Tages ersetzen
könnten. Ein solches Material könnte Arsen enthaltender
schwarzer Phosphor sein. Wie das Graphen, das aus einer
einzigen Lage von Kohlenstoffatomen besteht, bildet es
dünnste Schichten. Die Bandbreite seiner Anwendungen reicht
von Transitoren, über Sensoren bis hin zu
mechanisch-flexiblen Halbleiter-Bauteilen. Anders als beim
Graphen, dessen elektronisches Verhalten dem von Metallen
ähnelt, verhält es sich wie ein Halbleiter.
Über
den Arsengehalt kann die Lücke zwischen Valenz- und
Leitungsband präzise eingestellt werden. Bei einem
Arsengehalt von 83 Prozent hat das Material eine Bandlücke
von nur noch 0,15 Elektronenvolt. Aus einem solchen Material
können Sensoren aufgebaut werden, die Wellenlängen im
langwelligen Infrarot detektieren. In diesem Bereich
arbeiten beispielsweise LiDAR-Sensoren (Light Detection and
Ranging). Sie werden unter anderem in Autos als
Abstandssensoren eingesetzt. Eine andere Anwendung ist die
Messung von Staubteilchen und Spurengasen in der
Umweltmesstechnik.
Bild + Quelle:
TU München - Kristalle aus halbleitendem schwarzem Arsen-Phosphor
(Foto: Andreas Battenberg/TU München)
21.07.2015
KK