Gewinnung Seltener Erden Mittwoch, 22.07.2015
Neues Forschungsprojekt „SE-FLECX“ gestartet
Seltene Erden sind begehrt, weil sie für die Herstellung
vieler Hightech-Produkte benötigt werden. Allerdings ist
ihre Gewinnung aus Erzen aufwendig und häufig
umweltbelastend. Experten aus Forschung und Industrie testen
derzeit unter Koordination des Helmholtz-Instituts Freiberg
für Ressourcentechnologie, ob so genannte Calixarene als
alternative Extraktionsmittel in industriellen
Trennverfahren eingesetzt werden könnten. Die wegen ihrer
speziellen chemischen Struktur auch als Container-Moleküle
bekannten organischen Makromoleküle sollen die Anreicherung
der Metalle vereinfachen und den Gebrauch von
Prozesschemikalien deutlich verringern. Das Projekt
„SE-FLECX“ wird seit Mai 2015 über die Dauer von drei Jahren
und mit über einer Million Euro vom Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
Besonders
selten sind Elemente wie Neodym oder Yttrium eigentlich
nicht. Nur fein verteilt. Wirklich selten sind allerdings
Lagerstätten, in denen sich der Abbau solcher Seltenen Erden
wirtschaftlich lohnt. Ihre chemischen und physikalischen
Eigenschaften ähneln sich so sehr, dass sie sich nur unter
großem technischen Aufwand voneinander trennen lassen.
Außerdem enthalten Seltenerd-Vorkommen häufig radioaktive
Elemente wie Uran oder Thorium, die vor der
Weiterverarbeitung effizient entfernt werden müssen. Um
gängige Trennverfahren für Seltene Erden zu vereinfachen,
arbeiten Experten aus Forschung und Industrie seit Kurzem an
einer Reihe von alternativen Extraktionsmitteln auf der
Basis von Calixarenen.
Das Projektteam
testet die Container-Moleküle in der
Flüssig-Flüssig-Extraktion, eine der derzeit gängigsten
Methoden, um Seltene Erden aus wässrigen Mischlösungen
abzutrennen und anzureichern. Die Stoffe werden dabei
bislang unter Zugabe eines organischen, ebenfalls flüssigen
Extraktionsmittels gebunden. Aufgrund der geringen
Selektivität der herkömmlichen Trennmittel reichern sich die
einzelnen Elemente erst über viele Trennstufen hinweg an.
Mit Hilfe von Calixarenen könnte die Anzahl der für die
Gewinnung erforderlichen Trennstufen für jedes Element um
ein Zehnfaches verringert werden. Auf diese Weise würde sich
nicht nur der Einsatz von Prozesschemikalien und Energie,
sondern auch die Menge an chemischen Abfällen erheblich
vermindern.
Quelle: Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf
Bild: (Flickr / Tom Hoyle / CC BY-NC-SA 2.0) - Viele
Hightech-Produkte wie Mikroprozessoren für Computer sind
ohne Seltene Erden undenkbar
22.07.2015
KK