Aktives Elastomerlager reduziert Schwingungen Donnerstag, 20.08.2015
Forscher des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) konnten zeigen, dass elastische Komponenten sich aktiv verformen können.
Dazu nutzt das Institut dielektrische Elastomere (DE). Das
sind weiche Materialien, die sich unter hohen elektrischen
Spannungen verformen, und das prädestiniert sie für den
Aufbau von Aktoren. Gegenüber Piezoaktoren haben sie den
Vorteil, vergleichsweise große Dehnungen bei geringeren
Kräften zu erreichen. Diese Fähigkeit haben die
Wissenschaftler des Fraunhofer LBF genutzt und ein Konzept
für DE-Aktoren entwickelt, das mit metallischen, gelochten
Elektroden arbeitet. Dank der gelochten Struktur kann das
Elastomer bei anliegendem elektrischem Feld lokal in diese
Mulden entweichen. Dieses Konzept eignet sich für den Aufbau
von dynamischen, lasttragenden Aktoren und soll in Zukunft
den Umfang der Funktionen konventioneller Elastomerelemente
erweitern. Für das neuartige aktive Elastomerlager sind
Anwendungen im Automobil-, Maschinen- und Anlagenbau sowie
beispielsweise als Brücken- und Gebäudelagerungen denkbar
Die Wissenschaftler entkoppelten eine auf dem
Aktor gelagerte Masse von den Schwingungen des Untergrunds.
Bei passiven Lagern wäre es unvermeidbar, dass sich die
Amplitude der Schwingungen in der Resonanz spürbar
überhöht. Nicht so bei der neuartigen aktiven Lagerung: Sie
mindert die Schwingung im gesamten relevanten
Frequenz¬bereich.
Das am Fraunhofer LBF entwickelte
Design eignet sich für die Lagerung schwingungsanfälliger
Geräte und Prozesse wie beispielsweise empfindlicher
Mikroskope oder präziser Fertigungsverfahren. Auch der
umgekehrte Fall ist denk¬bar: Maschinen wie beispielsweise
Pumpen oder Motoren lassen sich durch die aktiven Lagerungen
schwingungstechnisch entkoppeln, sodass der
Schwingungseintrag in die Umgebung minimiert wird.
Foto:
Fraunhofer LBF
- Versuchsstand zur aktiven Schwingungsreduktion
20.08.2015
KK