Synthetische Graphen Donnerstag, 20.08.2015
Nachwuchswissenschaftler verbessern Verfahren zur Herstellung von hochwertigem synthetischen Graphen
Wissenschaftler der
RWTH Aachen
und des
Forschungszentrums Jülich
haben eine neue Methode entwickelt, um synthetisches Graphen
in ultra-hoher Qualität in großem Maßstab herzustellen. Die
Herstellung beruht auf der bereits etablierten Methode der
chemischen Gasphasenabscheidung (CVD), welche die Forscher
an entscheidenden Stellen verfeinern, indem sie
Verunreinigungen des gewonnenen Graphens vermeiden und das
verwendete Kupfer wiederverwertbar machen.
Graphen besteht aus einer Atomlage, ist sehr
flexibel und gleichzeitig mechanisch extrem stabil. Optisch
transparent leitet es elektrischen Strom besser als jedes
andere Material. Bislang war die Herstellung von Graphen
problematisch: Im Jahr 2004 wurde in einem unkonventionellen
Experiment Tesafilm verwendet, um eine einzige Lage Graphen
von einem Stück natürlichen Graphit zu trennen. Die
"Tesafilm-Methode" ist allerdings für eine
Massenproduktion vollkommen ungeeignet.
Als
kostengünstige und skalierbare Alternative galt die Synthese
von Graphen aus einfachen und reichlich vorhandenen
chemischen Verbindungen wie Methan mittels chemischer
Gasphasenabscheidung an einer geheizten Kupfer-Oberfläche.
Das auf diese Weise erhältliche Graphen war bisher von
erheblich geringerer Qualität als das über die
"Tesafilm-Methode" hergestellte Graphen. Der
Qualitätsmangel liegt jedoch nicht an der Synthese, sondern
vielmehr im Transfer des Graphens vom Kupfer auf ein anderes
Substrat. Bisher wurde Graphen mit einer nass-chemischen
Methode transferiert, die das Graphen verunreinigt und
aufwellt. Die von den Forschern entwickelte Methode erlaubt
erstmals einen trockenen Transfer, der die hohe Qualität des
chemisch gewachsenen Graphens beibehält. Zusätzlich kann das
Kupfer für die Synthese von Graphen wieder verwendet werden.
Foto: Wissenschaftler der RWTH Aachen und des
Forschungszentrums Jülich vor dem CVD-Ofen zum Wachsen von
Graphen. Copyright: Peter Winandy / RWTH
20.08.2015
KK