Biomüll statt Elektroschrott Donnerstag, 20.08.2015
Kompostierbare Elektronik: Für biologisch leicht abbaubare elektronische Bauteile entwickelt die BMBF-Nachwuchsgruppe Biolicht am KIT nachhaltige Druckmaterialien und Tinten
Knapp zwei Millionen Tonnen Elektroschrott fallen pro Jahr
in Deutschland an. Gedruckte Elektronik befördert den
Wegwerftrend. Nachwuchsforscher am Karlsruher Institut für
Technologie (KIT) entwickeln daher gedruckte Elektronik aus
kompostierbaren Naturmaterialen sowie Verfahren für eine
industrielle Produktion. Die Elektronik kann dann, sobald
sie ausgedient hat, einfach in den Biomüll oder auf den
Kompost geworfen werden, wo sie verrottet. Das
Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die
Nachwuchsgruppe für vier Jahre mit insgesamt 1,7 Millionen
Euro.
Gängige gedruckte Elektronik, etwa
organische Leuchtdioden (OLEDs), kann bislang nicht
kompostiert werden Die Forscher verwenden daher für
Trägerfolien beispielsweise Speisestärke, Zellulose oder
Chitin. Auf Metalle und Halbmetalle, wie Silizium,
verzichten sie fast vollständig. Als isolierendes
Trägermaterial eignet sich beispielsweise Hartgelatine, auf
die elektronische Bauteile gedruckt werden, ähnlich wie
Buchstaben auf Papier. Anstelle von Farbpartikeln sind in
der Tinte leitende, halbleitende oder nichtleitende, also
isolierende, Materialien gelöst. Nach dem Auftragen trocknet
das flüssige Lösemittel und die zurückbleibende Schicht
bildet das entsprechende Bauteil.
Aufwendig
ist die Wahl des Lösemittels: Eine Voraussetzung ist, dass
es bei druckfähigen Temperaturen in flüssiger Form vorliegt,
nicht in das Trägermaterial eindringt und einen
geschlossenen Flüssigkeitsfilm bildet ohne abzuperlen. Die
Eigenschaften des getrockneten Materialfilms sind für die
Funktion der elektrischen Bauteile entscheidend: So darf
seine Dicke, die weniger als einem tausendstel Millimeter
beträgt, maximal um fünf Prozent schwanken.
Bild:
KIT
- Organische Leuchtdioden (OLEDs) lassen sich einfach und
günstig herstellen. Dank kompostierbarer Materialien werden
sie auch nachhaltig.
20.08.2015
KK