Komplexe SiSiC-Bauteile Dienstag, 15.09.2015
Innovative gießtechnische Formgebung zur Herstellung von siliziuminfiltriertem Siliziumcarbid (SiSiC) eröffnet neue Perspektiven für den Chemie- und Anlagenbau
Siliziuminfiltrierte Siliziumcarbid - Keramiken (SiSiC)
würden ihrer herausragenden chemischen, thermischen und
tribologischen Eigenschaften wegen vielfach eingesetzt, wenn
die Formgebung einfacher wäre. Wissenschaftler am Fraunhofer
IKTS in Dresden haben jetzt ein Verfahren entwickelt,
mit dem sich großvolumige, komplexe SiSiC-Bauteile mit
Wandstärkeunterschieden und anspruchsvollen
Hinterschneidungen kosteneffizient realisieren lassen. Sie
adaptierten das bewährte Produktionsverfahren für mit
Siliziumcarbid gefüllte Reaktionsharzbetone der Firma
SICcast Mineralguss GmbH auf die keramische Fertigung.
Grobkörnige Partikel vermischt mit einem polymeren Binder
werden hierfür in einem Schritt drucklos in offene Formen
gegossen und gehärtet. Auf diese Weise lassen sich
kostenintensive material-, maschinen- und personalaufwendige
Modulbauweisen und Verfahrenskombinationen, umgehen.
Daraus enstehen neu Möglichkeiten für den
Anlagenbau. Als erste Anwendungen des Herstellungsverfahrens
wurden gemeinsam mit den Unternehmen SICcast Mineralguss
GmbH und Düchting Pumpen GmbH Radialpumpenlaufräder
gefertigt. Die Einsatzgebiete solcher keramischer Pumpen
liegen vor allem in Anwendungen, die bei sehr hohen
Temperaturen verarbeitungstechnisch anspruchsvolle Medien,
wie etwa korrosive Chemikalien oder hochgradig mit abrasiven
Partikeln angereicherte Suspensionen, befördern. Weitere
potenzielle Anwendungen sind Komponenten von Düsen, Mühlen
oder Brennern sowie großvolumige Strukturbauteile für
Hochpräzisionsanwendungen in der optischen Industrie.
Quelle+ Bild: Fraunhofer IKTS - Keramisches Radialpumpenlaufrad aus SiSiC
15.09.2015
KK