Wasserstoff aus Sonnenlicht Dienstag, 29.09.2015
Die Technische Universität Ilmenau hat bei der Erforschung neuer regenerativer Energien einen aus wissenschaftlicher Sicht spektakulären Durchbruch erzielt.
Die Technische Universität Ilmenau hat bei der Erforschung
neuer regenerativer Energien in einem internationalen
Forscherteam den Wirkungsgrad der so genannten direkten
solaren Wasserspaltung von 12,4 auf 14 Prozent gesteigert.
Mit der Methode, die auf künstlicher Photosynthese beruht,
lässt sich der Brennstoff Wasserstoff aus dem Licht der
Sonne herstellen – sauber, nachhaltig und kostengünstig.
Wasserstoff weist eine hohe Energiedichte auf
und bei seiner Verbrennung entsteht als Abfallprodukt nur
reines Wasser. Derzeit wird das Gas aber ganz überwiegend
durch Dampfreformierung von Methan erzeugt. Nahezu ohne
schädliche Abfallprodukte lässt sich Wasserstoff hingegen
mit der Methode der direkten solaren Wasserspaltung
herstellen. Bei der so genannten künstlichen Photosynthese
ist es Sonnenenergie, die die Photolyse von Wasser antreibt.
So wird die Energie des Sonnenlichts direkt in Wasserstoff
umgewandelt, der anschließend wieder zum Ausgangsprodukt
Wasser umgesetzt werden kann.
Die Herstellung von
„Sonnen-Wasserstoff“ auf industrieller Ebene scheitert aber
bisher an den Kosten. Um den Produktionsaufwand finanziell
zu rechtfertigen, ist der Wirkungsgrad der künstlichen
Photosynthese einfach zu gering. Bisher lag die maximale
jemals erreichte Effizienz bei 12,4 Prozent. Schätzt man
einen wirtschaftlichen Einsatz der solaren Wasserspaltung im
Vergleich mit fossilen Brennstoffen ab, so könnte man ab
einer Effizienz von etwa 15 Prozent wirtschaftlich
konkurrenzfähig werden.
Nun
gilt es, die Serienproduktion von
Hochleistungs-Halbleiterbauelementen kostengünstig zu
machen. Silizium eignet sich zwar hervorragend als
Basissubstanz für hocheffiziente, kostengünstige
Bauelemente. Allerdings kommen bei der Verwendung von
Silizium in den Bauelementen Materialgruppen zusammen, die
verschiedenen Halbleiterfamilien angehören. Bei einer
ungenauen Zusammenführung dieser Materialien sind die
Leistungseinbußen enorm.
Bild: TU
Ilmenau/HZB – Die Rekordzelle für direkte solare
Wasserstofferzeugung. Die Effizienz liegt mit 14% deutlich
über dem bisherigen, 17 Jahre alten Bestwert
29.09.2015
KK