Siliciumsolarzellen mit 25,1% Wirkungsgrad Mittwoch, 30.09.2015
Fraunhofer ISE erzielt neuen Weltrekord für beidseitig kontaktierte Siliciumsolarzellen
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE,
Gelsenkirchen, steigerte den Wirkungsgrad von
beidseitig kontaktierten Siliciumsolarzellen auf 25,1 %.
Dies ist der höchste jemals erreichte Wirkungsgrad für
Siliciumsolarzellen, bei denen die Metallkontakte auf
Vorder- und Rückseite aufgebracht sind. Die Besonderheit ist
ein neues Rückseitenkonzept in Form eines ganzflächigen
passivierten Kontakts. Bisher wurden zur Steigerung des
Wirkungsgrads von Solarzellen immer komplexere
Solarzellenstrukturen verwendet. Der Vorteil des neuen
Konzeptes ist, dass durch eine neuartige Rückseitenstruktur
der Kontakt auf der Solarzellenrückseite ganzflächig und
strukturierungsfrei aufgebracht ist. Damit wird im Vergleich
mit den momentan verwendeten Solarzellenstrukturen der
Herstellungsprozess vereinfacht und gleichzeitig die
Effizienz der Solarzellen erhöht.
Bei der vom
Fraunhofer ISE entwickelten so genannten TOPCon-Technologie
(Tunnel Oxide Passivated Contact) wird der Rückseitenkontakt
strukturierungsfrei auf der Solarzellenrückseite
aufgebracht. Hierfür haben die Forscher einen selektiven
passivierten Kontakt entwickelt, der die
Majoritätsladungsträger passieren lässt, während die
Minoritätsladungsträger nicht rekombinieren. Die
ganzflächige Passivierungsschicht der Solarzelle wurde auf
eine Dicke von ein bis zwei Nanometer reduziert, so dass die
Ladungsträger durch diese hindurch tunneln können.
Zusätzlich wird auf das ultradünne Tunneloxid eine dünne
Schicht aus hochdotiertem Silicium flächendeckend
abgeschieden. Diese Kombination erlaubt, dass der Strom
verlustfrei aus der Solarzelle abfließen kann, die
Rekombination aber gleichzeitig verhindert wird.
Bild: ©
Fraunhofer ISE
- Fraunhofer ISE erzielt neuen Weltrekord für beidseitig
kontaktierte Siliciumsolarzellen: TOPCon-Technologie
ermöglicht 25,1 % Wirkungsgrad.
30.09.2015
KK