Synthesegas: Dry-Reforming-Prozess Mittwoch, 28.10.2015
Linde entwickelt neues Verfahren zur Erzeugung von Synthesegas
Der Technologiekonzern The Linde Group, München, hat an
seinem Standort in Pullach gemeinsam mit Kunden,
Partnern und Mitarbeitern eine neue Forschungsanlage
zur energieeffizienten und emissionsärmeren
Synthesegas-Produktion unter wirtschaftlicher
großtechnischer Nutzung von CO2 als Rohstoff – den
sogenannten Linde Pilot-Reformer – offiziell eingeweiht. Der
Pilot-Reformer dient zur Weiterentwicklung der Technologie
im Bereich der Dampfreformierung – ein Verfahren zur
Erzeugung von Synthesegas bestehend aus Wasserstoff (H2) und
Kohlenmonoxid (CO), bei dem Einsatzstoffe wie Erdgas,
Flüssiggas (LPG), Naphtha oder auch Kohlendioxid (CO2) als
Kohlenstoffquelle genutzt werden.
Bei der
Erprobung neuer Reforming-Prozesse im Pilot-Reformer steht
derzeit das innovative, sogenannte Dry-Reforming-Verfahren
im Mittelpunkt. Linde hat den Dry-Reforming-Prozess
gemeinsam mit den Partnern BASF und hte (zuständig für die
Katalysatorentwicklung), Karlsruher Institut für
Technologie/KIT (Durchführung von Simulationen) sowie der
Dechema (Bereitstellung von Materialien) entwickelt.
Die Trockenreformierung von Erdgas zur
Erzeugung von Synthesegas (H2-/CO-Gemisch) ermöglicht die
industrielle und wirtschaftliche Nutzung von Kohlendioxid
(CO2) sowie eine erheblich verbesserte Energieeffizienz. Aus
dem Synthesegas können dann nachgelagerte werthaltige
Produkte wie Grundchemikalien oder Kraftstoffe produziert
werden.
Ein Beispiel ist die Herstellung von
Dimethylether (DME) aus Synthesegas: Hier ermöglicht das
Dry-Reforming-Verfahren eine verbesserte Energieeffizienz
und geringere CO2-Emissionen. Auch gegenüber der
partiellen Oxidation, dem bisher üblichen Verfahren für die
Erzeugung von CO-reichen Synthesegasen, besitzt der
Dry-Reforming-Prozess vor allem bei kleinen und mittelgroßen
Anlagen relevante Kostenvorteile.
Bild + Quelle:
Linde Group
28.10.2015
KK