Wasserstoff-Herstellung mit Solarzellen Dienstag, 10.11.2015
Neuer Wirkungsgrad-Rekord für die Wasserstoff-Herstellung mit Solarzellen aus Silizium
Forscher am Forschungszentrum Jülich haben eine
Mehrfachsolarzelle aus Silizium entwickelt, die sich
vergleichsweise kostengünstig produzieren lässt und
Wasserstoff nach dem Prinzip der „künstlichen Photosynthese“
direkt mit Sonnenlicht erzeugt. Mit einem Gesamtwirkungsgrad
von 9,5 Prozent konnten die Jülicher Wissenschaftler die
Effizienz entsprechender Module auf Silizium-Basis deutlich
steigern, der bisherige Rekordwert lag bei 7,8 Prozent
Solarmodule, die Wasserstoff statt Strom
erzeugen, sind eine interessante Alternative zur
Stromerzeugung mit Solarzellen. Denn der Wasserstoff lässt
sich deutlich besser als elektrischer Strom speichern und
bei der späteren Energiebereitstellung mit Wasserstoff fällt
nur Wasser und kein Kohlendioxid an. Für einen
wirtschaftlichen Betrieb müssen die Kosten und der
Wirkungsgrad der solaren Wasserstofferzeugung jedoch noch
weiter verbessert werden.
Die Solarmodule
bestehen aus drei oder vier übereinander gestapelten Zellen,
die ihrerseits aus mehreren Schichten aufgebaut sind. Durch
den mehrlagigen Aufbau lässt sich das Sonnenlicht-Spektrum,
das über verschiedene Wellenlängen reicht, effizienter
einfangen. Gleichzeitig erhöht sich die Spannung auf
bis zu 2,8 Volt und bietet damit noch ausreichend Spielraum,
um statt teurer Platinkatalysatoren auch weniger edle
Metalle wie Nickel als Katalysator einzusetzen
Silizium-Dünnschichtsolarzellen werden nicht wie
kristalline Zellen aus einem Silizium-Wafer gefertigt. Die
Schichten werden vielmehr im Vakuum mittels verschiedener
Techniken auf ein Glas- oder Kunststoffsubstrat
abgeschieden. Die Dünnschichttechnologie bietet den Vorteil,
dass sie mit deutlich weniger Material auskommt als die
klassische Wafertechnologie, und sich die
Halbleitermaterialien vergleichsweise kostengünstig
großflächig aufbringen lassen. Gesamtwirkungsgrade von über
10 Prozent erscheinen durchaus machbar. Der nächste Schritt
sei nun die Skalierung der Solarzellen auf größere Flächen.
Bild: Forschungszentrum Jülich -
Wasserstoffentwicklung an der Photokathode mit
Silizium-Dünnschichtsolarzelle (rechts), an der
Metallelektrode (links) bildet sich Sauerstoff.
11.11.2015
KK