Neodym aus Schrott Montag, 16.11.2015
Forschungsprojekt entwickelt neues Recyclingverfahren
Das Recyceln von Seltenen Erden aus Smartphones oder
Computern ist eine vielversprechende zusätzliche Quelle für
die knappen Rohstoffe. Der Aufwand und die Kosten des
Aufbereitungsprozesses sind jedoch noch zu hoch. Eine
wirtschaftlich tragfähige Rückgewinnung aus Magnetschrott
will jetzt ein Forschungsprojekt der Innovationsallianz
Baden-Württemberg (innBW) erreichen. In dem Projekt sollen
die Rückgewinnung der Magnetwerkstoffe Neodym und Dysprosium
und die Herstellung von hochwertigen Sekundärrohstoffen
untersucht sowie ein ökonomisches Modell eines Sammel- und
Recyclingsystems entwickelt werden. Das Ministerium für
Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg unterstützt das
Vorhaben im Rahmen des Förderprogramms „Technologischer
Ressourcenschutz“ mit 940.000 Euro.
Baden-Württemberg ist als
Hochtechnologiestandort dringend auf eine sichere, stabile
und bezahlbare Rohstoffversorgung angewiesen. Fachleute
raten daher bei Seltenen Erden zum Recyceln: Die Stoffe sind
knapp und meist in nur wenigen Ländern wie China oder Kongo
zu finden. Sie werden zudem immer wieder künstlich
verknappt, was den Preis in die Höhe treibt. Ein
wirtschaftliches Recyceln der gefragten Metalle könnte
Unternehmen im Land eine kostengünstige und dauerhafte
Alternative bieten – schonender für die Umwelt wäre es
allemal.
Das Forschungsprojekt gliedert sich in
drei Teilprojekte: Das erste wird magnethaltige Stoffströme
unter anderem aus Elektronikschrott und die
verfahrenstechnischen Möglichkeiten einer Abtrennung der
Magnetwerkstoffe untersuchen. Das zweite Teilprojekt soll
die Nutzung eines neuen, hochselektiven Festphasen-Absorbers
für die hydrometallurgische Trennung der Werkstoffe
ermöglichen. Die neue Trenntechnik verspricht
Kosteneinsparungen bei der Herstellung von marktfähigen
Recyclingprodukten. Im dritten Teilprojekt wird eine
nachhaltige Etablierung eines Sammel- und Recyclingsystems
inklusive statischer und dynamischer
Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen vorgeschlagen.
16.11.2015
KK