Weltrekord einer Brennstoffzelle Mittwoch, 25.11.2015
Jülicher Brennstoffzelle läuft seit über 70.000 Stunden
Die am Jülicher Forschungszentrum entwickelte
Brennstoffzelle läuft mittlerweile seit über acht Jahren
oder 70.000 Stunden. Derartige Festoxid-Brennstoffzellen
gelten aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads als ideal
geeignet, um Haushalte und kleine Betriebe aber auch
Großfahrzeuge wie LKWs, Züge und Schiffe mit Energie zu
versorgen.
Hochtemperatur-Brennstoffzellen mit
einer Betriebstemperatur von 700 Grad Celsius liefern
höchste elektrische Wirkungsgrade von bis zu 60 Prozent,
wobei sich die entstehende Abwärme noch zusätzlich nutzen
lässt. Fünf bis 10 Jahre oder umgerechnet 40.000 bis 80.000
Stunden müssen sie laufen, damit sich der Einsatz
wirtschaftlich lohnt. Im Bereich der Strom- und
Warmwasserversorgung im Haushalt ist die
Hochtemperatur-Brennstoffzellen-Technologie bereits heute
verfügbar. Für den Einsatz in Fahrzeugen rechnen Experten
noch mit einer Entwicklungsdauer von etwa fünf Jahren.
Der aus zwei Zellen bestehende Stapel der
Jülicher Brennstoffzelle wird mit Wasserstoff als Brenngas
betrieben, verträgt aber auch Erdgas oder genauer: Methan.
Die Zelle basiert auf einer flachen Keramikfläche als
Anodensubstrat. Aufgrund des geringeren internen Widerstands
lassen sich damit höhere Leistungsdichten bei abgesenkten
Temperaturen erzielen. Insgesamt lieferte er seit dem Start
des Experiments 3400 Kilowattstunden Strom – genug, um einen
Haushalt ein Jahr lang mit Strom zu versorgen. Über die
gesamte Laufzeit wies der Stack nur eine sehr geringe
Alterung von ca. 0,6 Prozent pro 1000 Betriebsstunden auf,
die sich in einer Absenkung der Spannung und dem damit
verbundenen Leistungsverlust zeigt. Ein weiterentwickelter
Stapel aus dem Jahr 2010 schnitt sogar noch etwas besser ab:
er alterte während 34.500 Stunden nur halb so schnell.
Bild: Festoxid-Brennstoffzellen-Stapel im
Testbetrieb am Forschungszentrum Jülich.
(Copyright:
Forschungszentrum Jülich)
25.11.2015
KK