Leichterer Innenraum Mittwoch, 25.11.2015
Mit modernen Fahrzeuginnenraummaterialien lassen sich enorme Gewichtseinsparungen erzielen.
Dr. Erhard Barho, Leiter Forschung & Entwicklung beim
Oberflächenspezialisten Benecke-Kaliko, informierte auf der
Lightweight Vehicles Conference in Berlin, welche
Möglichkeiten zur Gewichtseinsparungen sich mit modernen
Materialien im Fahrzeuginnenraum heute schon bieten.
Für die Automobilindustrie sind technische
Kunststoffe Werkstoffe der Zukunft. Schließlich geht es
darum, immer schärfere Emissionsobergrenzen einzuhalten und
den Kunden trotz steigender Kraftstoffpreise wirtschaftliche
Lösungen anzubieten. Das ist nur dann möglich, wenn die
Fahrzeuge leichter werden. Seit 2008 ist das
durchschnittliche Fahrzeuggewicht um 20 Prozent gesunken –
und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen, um eine
optimale Kraftstoffeffizienz zu erreichen, davon ist Barho
überzeugt. Ermöglicht wird das vor allem durch leichte
Kunststoffkomponenten. Besonders wichtig ist deren Einsatz
bei Fahrzeugen mit den immer noch schweren Elektroantrieben
– hier bedeutet jedes Gramm weniger Gewicht mehr Reichweite
und bessere Fahrleistungen. Aber auch bei
Verbrennungsmotoren bringen Maßnahmen zur Verbrauchsenkung
und Emissionsminderung – wie Abgasrückführungen,
Partikelfilter und elektronische Steuerungssysteme – erst
mal mehr Gewicht ins Fahrzeug, das an anderer Stelle
eingespart werden muss.
Auch die Kunststoffe müssen leichter werden
Dabei helfen schon heute zahlreiche
Kunststoffmaterialen, wenn sie die bisher eingesetzten
schwereren Materialien ersetzen. Doch für Barho steht fest:
„Um aber künftige Anforderungen noch erfüllen zu können,
wird es nötig, auch immer leichtere Kunststofflösungen zu
entwickeln.“ Schließlich werden die Kunststoffe
Expertenschätzungen zufolge im Jahr 2020 schon bis zu 18
Prozent des Gewichts eines mittleren Fahrzeugs ausmachen.
Besonders großes Potenzial bergen die Materialien für den
Fahrzeuginnenraum. Hier setzt Benecke-Kaliko mit seinen
Leichtbaulösungen an. So bieten die ultraleichten
Dekorfolien Xpreshn Light und Xpreshn HD Light
Fahrzeugherstellern die Möglichkeit, das Gewicht ihrer
Fahrzeuge zu reduzieren, ohne dass die Autokäufer deshalb
auf Qualität oder gar Komfort verzichten müssen. Die
Materialen für Instrumententafeln, Türverkleidungen,
Konsolen, Hutzen, den Trittschutz, Ablagen, Säulen,
Sitzrücken und Bodenbeläge fühlen sich sogar noch weicher
und angenehmer an als andere Folienprodukte.
Keine Abstriche bei anderen Produkteigenschaften
Xpreshn Light und das für eine besonders hohe
Narbstabilität vernetzte Xpreshn HD Light sind
Schaumfolienlaminate mit kompakter Oberfolie und geschäumter
Unterfolie. Beim Kunden werden die Folien tiefgezogen und
mit dem Träger – beispielsweise der Türverkleidung –
verklebt. „Sie ermöglichen gegenüber den bereits als
Leichtbaulösungen konzipierten Materialien Xpreshn und
Xpreshn HD weitere 20 Prozent Gewichteinsparung“, erklärte
Barho den Konferenzteilnehmern. „Damit sind sie bis zu 60
Prozent leichter als herkömmliche Lösungen.“ Beide
Materialien ermöglichen enge Radien und sollen sich durch
Narbstabilität, Oberflächenbeschaffenheit, Formbeständigkeit
und hohe Kratzfestigkeit auszeichnen.
Eine
weitere Leichtbaulösung ist das Bezugsmaterial Acella Light
von Benecke-Kaliko für Sitze, Konsolen und dekorative
Elemente. „Das Material bringt 20 Prozent weniger Gewicht
auf die Waage als vergleichbare
Standardoberflächenmaterialien“, erläuterte Barho. „Es ist
frei von reproduktionstoxischen Weichmachern und
Schäumungsmitteln sowie schwermetallhaltigen
Stabilisatoren.“
Die Folienlösung Yorn Light
kommt bei Instrumententafeln, Türverkleidungen, Konsolen,
Kopfstützen, Sitzrücken, Ablagen und Säulen zum Einsatz. Das
umweltverträgliche und kostengünstige Flächenmaterial für
die Kfz-Innenausstattung ermöglicht Gewichtsvorteile von bis
zu 50 Prozent im Vergleich zu Standarddekormaterialien und
weist eine um 46 Prozent bessere CO2-Bilanz im Vergleich zu
Standard PVC-Folien auf. Es kann überall dort verwendet
werden, wo bislang PVC-Schaumfolien zum Einsatz kommen. Der
Unterschied besteht darin, dass statt eines PVC-Schaums das
leichtere Polypropylen (PP) eingesetzt wird. „Bei
konsequenter Verwendung der leichteren Folien lassen sich
bis zu 2 kg pro Fahrzeug einsparen“, haben die Experten von
Benecke-Kaliko errechnet. Darüber hinaus überzeugt Yorn
Light durch seine weiche Haptik, ein breites
Verarbeitungsfenster und ein breites Spektrum an Farben und
Narbdesigns.
Weitere Details finden Sie
hier.
Foto: ContiTech - Xpreshn bietet nahezu
uneingeschränkte Individualisierungsmöglichkeiten. Bei
Bedarf auch kratzfest, gewichtsreduziert oder extrem
weich.
25.11.2015
BB