Recycling schwarzer Polymere Dienstag, 01.12.2015
Ein laserbasiertes Sortierverfahren macht jetzt das Trennen von Polymer-Arten auch in schwarzen Polymerteilchen möglich.
Die Trennung schwarzer Kunststoffteilchen nach
Polymer-Sorten scheiterte bisher insbesondere an ihrer
Lichtundurchlässigkeit. Hier versagen die üblichen
spektroskopischen Methoden zur Sortenidentifizierung. Als
Folge werden schwarze Kunststoffe bislang weitestgehend
nicht in den Stoffkreislauf zurückgeführt, sondern thermisch
verwertet. Somit wird lediglich etwa nur ein Drittel der
anfallenden Kunststoffabfälle der stofflichen
Wiederverwertung zugeführt.
Ein auf Laserbasis
arbeitendes, neu entwickeltes Sortierverfahren erlaubt die
sortenreine Trennung auch von schwarzen Kunststoff-Teilchen.
Ein Laserstrahl regt die Außenelektronen der Atome der an
der Oberfläche des Teilchens befindlichen Polymermoleküle zu
einem höheren Energiezustand an. Das beim Rückfall auf die
ursprüngliche Energiestufe emittierte Lichtspektrum stellt
einen Fingerabdruck der entsprechenden Polymer-Art dar, auf
Grund dessen eine gezielte Trennung der Sorten ermöglicht
wird.
Für die technische Realisierung ist eine
hohe Abtastfrequenz der Teilchen und Aufnahmegeschwindigkeit
des emittierten Lichts in Kombination mit einer schnellen
Verarbeitung der dadurch entstehenden Datenflut
erforderlich. Die Firma Unisensor/Karlsruhe hat in
dreijähriger Entwicklungsarbeit eine Pilotanlage erstellt,
die problemlos schwarze Kunststoffteilchen mit einer
Kapazität von bis zu 3 t/h sortenrein trennt. Voraussetzung
sind vorbereitende Prozessschritte wie Metall- und
Glasabscheidung, Wäsche der Teile und Schreddern. Geplant
sind weitere Anlagen mit größerer Kapazität.
Bild:
Unisensor Sensorsysteme GmbH
- Die POWERSORT 200
Das auf Laserspektroskopie
basierende Sortiersystem trennt bisher nicht separierbare
Kunststoffe mit höchster Präzision und Geschwindigkeit. Es
ermöglicht so die nachhaltige Rückgewinnung wichtiger
Rohstoffe.
01.12.2015
GJ