Cracken von Methan verbessert Dienstag, 05.01.2016
Neue Technologie ermöglicht fossile Energie ohne klimaschädliche Treibhausgase
Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und
des Institute for Advanced Sustainability Studies, IASS,
Potsdam, entwickelten eine neue Technologie zur Gewinnung
von Wasserstoff aus Methan ohne Kohlendioxid-Emissionen:
Anstelle der direkten Verbrennung von Methan (CH4) werden
dabei seine molekularen Komponenten, Wasserstoff und
Kohlenstoff, durch sogenanntes „Cracken“ aufgetrennt.
Emissionen entstehen dabei nicht. Mögliche Anwendungen für
den Wasserstoff umfassen Brennstoffzellen, die Erzeugung von
Strom sowie wasserstoffgetriebene Fahrzeuge. Abgesehen davon
ist Wasserstoff ein wichtiger industrieller Rohstoff. Neben
dem Hauptprodukt des Methan-Crackens, dem Wasserstoff,
entsteht als Nebenprodukt fester sehr reiner, pulverförmiger
Kohlenstoff mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten.
Das Cracken von Methan ist keine neue
Idee. Allerdings kam es bei bisherigen Verfahren immer
wieder zu Verstopfungen der Anlagen, die Umwandlungsrate
blieb entsprechend gering. Ausgangspunkt für das neue
Verfahren ist ein Reaktor, der aus der
Flüssigmetalltechnologie bekannt ist. Bei diesem werden
kleine Methanbläschen von unten in eine mit geschmolzenem
Zinn gefüllte Säule gegeben. Während ihres Aufsteigens im
flüssigen Metall findet die Cracking-Reaktion statt. Der
Kohlenstoff wird an der Bläschenoberfläche abgeschieden und
beim Zerfallen der Bläschen am oberen Ende des Reaktors als
Pulver abgesetzt. Das Ergebnis der Versuchsreihen war eine
1,2 Meter hohe Vorrichtung aus Quarz und Edelstahl, in der
sowohl reines Zinn als auch eine Mischung aus Zinn und
Quarzfüllkörpern zum Einsatz kommen kann.
Ein
Versuchsreaktor lief ohne Unterbrechung über einen Zeitraum
von zwei Wochen. Er erzeugte Wasserstoff mit einer
Umwandlungsrate von bis zu 78 Prozent bei Temperaturen von
1200 Grad Celsius. Der innovative Reaktor ist
korrosionsbeständig, Verstopfungen treten nicht auf, da das
entstehende mikrogranulare Kohlenstoffpulver leicht
abgetrennt werden kann.
Bild: © KIT - Beim
Methan-Cracken entsteht als Nebenprodukt fester schwarzer
elementarer Kohlenstoff.
06.01.2016
KK