«Katzengold-Batterie» Dienstag, 05.01.2016
Elektrochemie für den Massenbedarf
Hochleistungsfähige Lithium-Ionen-Batterien haben ein
Problem: Lithium wird irgendwann knapp und es ist teuer. Die
Suche nach preisgünstigen Akkus zur Speicherung von Strom
ist ein dringendes Geschäft: Immer mehr unregelmässig
produzierter Ökostrom bringt das herkömmliche Stromnetz an
die Belastungsgrenze. So wächst der Bedarf an
stationären Zwischenspeichern, die ans «smart grid»
angeschlossen werden können. Auch die Zahl der Elektroautos,
die schnell ihre Akkus laden müssen, wird zunehmen. Die
bekannten, leistungsfähigen Li-Ionen-Akkus eigenen sich
jedoch schlecht als stationäre Zwischenspeicher; dafür sind
sie zu teuer und das wertvolle Lithium zu knapp.
Nun
haben Forscher der Empa und der ETH Zürich eine Alternative
entdeckt: die «Katzengold-Batterie». Sie besteht aus Eisen,
Schwefel, Natrium und Magnesium – Elemente, die in beliebig
großen Mengen verfügbar sind. Mit wenig Geld ließen sich
damit riesige, stationäre Speicherakkus innerhalb von
Gebäuden oder neben Kraftwerken bauen.
Die
Forscher sehen in ihrer Entwicklung vor allem Potential für
große Netzspeicherbatterien. Zwar eigne sich die
Katzengold-Batterie nicht für Elektroautos – dafür ist ihre
Leistung zu gering. Dort aber, wo es auf Kosten, Sicherheit
und Umweltfreundlichkeit ankommt, sei die Technik im
Vorteil. In ihrer vor kurzem veröffentlichten Publikation im
Fachjournal «Chemistry of Materials» schlagen die
Empa-Forscher Batteriespeicher mit einer Kapazität von
Terawattstunden vor. In einem solchen Akku ließe sich
beispielsweise die Jahresproduktion des Schweizer
Atomkraftwerks Leibstadt zwischenspeichern. Die neuartige
Batterie ist noch in der Entwicklungsphase und wird weiter
optimiert. Mit Hilfe weiterentwickelter Elektrolyten lässt
sich die elektrische Spannung und die Lebensdauer der
Natrium-Magnesium Hybrid-Zelle mit Sicherheit noch erhöhen.
Foto: JJ Harrison/commons.wikimedia.org -
Schlüssel zum Erfolg: Pyrit (Katzengold) als
Kathodenmaterial.
07.01.2016
KK