Nachhaltigerer Biokunststoff Dienstag, 05.01.2016
Produktionsprozesse für Biokunststoff unter Verwendung von ungenießbarer Biomasse wie Abfallfette/-öle und Lignozellulose (z. B. Holz oder Stroh)
Im Rahmen des EU-Forschungsprojektes „BioConSepT“, an dem 29
Europäische Partner zusammenarbeiten, wurden
Produktionsprozesse entwickelt, die im Gegensatz zur
herkömmlichen Biokunststoffproduktion auf der Verwendung von
ungenießbarer Biomasse wie Abfallfette/-öle und
Lignozellulose (z.B. Holz oder Stroh) beruhen. Ziel war es,
günstiger und nachhaltiger zu sein als bestehende Prozesse,
ohne dabei in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu
stehen. Aus diesen wurden Zwischenprodukte wie biobasierte
Polymere, Harze, Weichmacher, Biotenside und Lösungsmittel
hergestellt, die zum Beispiel in Bioplastik ihre Anwendung
finden.
Rohstoffe der zweiten Generation,
die nicht zur Nahrungsmittelproduktion eingesetzt werden
können, wurden enzymatisch, mikrobiell als auch chemisch in
Plattformchemikalien umgewandelt, welche unter anderem in
der Biokunststoffproduktion eingesetzt werden. Robuste
Enzyme und Mikroorganismen, kontinuierliche Prozesse, neue
Reaktoren und selektive Aufarbeitungstechnologien leisteten
einen entscheidenden Beitrag zur Kostenreduktion in der
Produktion.
Die erfolgreiche Demonstration der
Herstellungsprozesse für Furandicarbonsäure (FDCA) und
Epoxide in produktrelevanten Mengen beweisen das Potential
von Biomasse der zweiten Generation. In Reaktorvolumina von
bis zu 1 m3 werden jeweils rund 100kg dieser beiden
Plattformchemikalien hergestellt. Verwendung finden sie in
Getränkeverpackungen, im Textilbereich als
Hochleistungsfasern oder als Klebstoffe bzw. in
Beschichtungen.
Das Konsortium lud die
internationale Chemieindustrie vom 10 – 11. November 2015
zur Vorstellung der Projektergebnisse nach Merseburg ein. Im
Fokus der Konferenz standen die Skalierung der
FDCA-Herstellung und der enzymkatalysierten Epoxidsynthese
auf produktrelevante Produktionsmengen.
Foto:
Fraunhofer CBP - Fraunhofer CBP Pilotanlage zur Herstellung
von Furandicarbonsäure
08.01.2016
KK