Zerstörungsfreies Prüfverfahren Montag, 25.01.2016
Aktive Thermografie zur Qualitätssicherung von Kunststoffverbindungen
Am Süddeutschen Kunststoffzentrum, Würzburg, (SKZ), läuft
ein Forschungsprojekt, das sich mit der Entwicklung und
Evaluierung der aktiven Thermografie als zerstörungsfreies
Prüfverfahren zur Qualitätssicherung von gefügten
Kunststoffverbindungen befasst. Bei der Prüfung von
stoffschlüssigen Kunststoffverbindungen besteht noch
erheblicher Forschungsbedarf hinsichtlich der Detektion von
ungenügenden Nahtqualitäten. So gibt es zur Prüfung von
geschweißten bzw. geklebten Kunststoffbauteilen bis jetzt
kaum Ansätze oder Forschungsergebnisse zur aktiven
Thermografie, die industriell direkt anwendbar sind.
Die
zerstörungsfreie Prüfung von Kunststoffprodukten und
-verbindungen wurde in den letzten Jahren am SKZ stark
vorangetrieben und weiterentwickelt. Hierbei wurden neben
den Prüfmethoden wie z.B. Ultraschall (US), Terahertz (THz)
oder Computertomografie (CT), auch thermografische Methoden
angewendet, um industrielle Problemstellungen zu lösen.
Hierzu zählen u.a. die aktive Lock-In Thermografie zur
Untersuchung von Faserverbundwerkstoffen sowie die passive
Thermografie, die zur Überwachung von Schweiß- und
Spritzgussprozessen eingesetzt wird.
Mit dem vor
kurzen gestarteten Forschungsvorhaben, sollen wesentliche
Problemstellungen bei der zerstörungsfreien Prüfung von
gefügten Kunststoffen (wie z. B. nicht adhäsive Verbindungen
oder Einschlüsse) gelöst werden. Als Anregungsquellen für
die aktive Thermografie werden hier optische und akustische
Quellen wie Halogenlampen, Leistungsblitze und Ultraschall
zur Anwendung kommen. In Vorversuchen ergab die optisch
angeregte Thermografie bereits vielversprechende Resultate.
Insbesondere bei nicht haftenden Klebeverbindungen (Kissing
Bonds) werden mit der Ultraschall angeregten Thermografie
positive Ergebnisse erwartet. Forschungsbedarf besteht noch
bei der Klärung der Fragen der optimalen Anregungsdauer,
-frequenz und -amplitude, bei der geeigneten
Schalleinbringung für US-Thermografie und bei der
Erarbeitung der Fehlerauflösung aufgrund der
dickenabhängigen Unschärfe bei Kunststoffen.
Zum
Abschluss sollen die weiterentwickelten aktiven
Thermografieverfahren an industriellen Bauteilen erprobt und
somit eine Übertragbarkeit der aktiven Thermografie in die
kommerzielle Anwendung ermöglicht werden.
Foto: SKZ - Optisch angeregte Lock-In Thermografie Aufnahme
von zwei geklebten Polyamid-Platten mit einem definierten
Lufteinschluss
27.01.2016
KK